Marktberichte

KUPFER

aktualisiert am: 27.07.2017 

 

Kupfer: HIGH: 6400 LOW: 6260 Close: 6329  

Unterstützung: 6459/6481/6630 Widerstand: 6200/6000 Contango: 32,50  

 

Gestern erreichte Kupfer den nächsten Widerstand bei $6.400. Die letzten vergleichbaren Kursbewegungen waren im November 2016 nach der US-Wahl und im Februar 2017, als Arbeitsniederlegungen in Chile und Indonesien die Versorgungslage zu belasten drohten, zu beobachten. Aktuell muss etwas tiefer nach Gründen für den Kursanstieg der letzten Tage gesucht werden. Natürlich unterstützt der schwächere Dollar und die weiterhin expansive Geldpolitik der Notenbank weltweit auch das spekulative Interesse an Rohstoffinvestments. Fundamental wird der Kursanstieg aber auch mit einer Meldung, dass China angeblich ab Ende 2018 Kupferschrottimporte unterbinden möchte, begründet. Hierbei soll es sich um ein Volumen von 1 Mrd. Tonnen Schrotte handeln, die dann durch Kupferkathoden ersetzt werden könnten. Bevor Euphorie einsetzt, bliebe aber zu beachten, dass es sich bislang um eine unbestätigte Meldung handelt und dass China allein Importe verhindern, einen Kreislauf im eigenen Lande aber womöglich befördern wird. Das genannte Volumen als Nachfragezuwachs nach Kathoden dürfte damit nicht belastbar sein. Desweiteren wurde die Gewinnankündigung des Minenbetreibers Freeport McMoRan als Impuls für den Kursanstieg genannt. Letzten Endes baut der gegenwärtige Kurssprung aber nicht auf einem vergleichbaren Fundament wie die Kursbewegungen im November 2016 und Februar 2017 auf, so dass eine Korrektur nicht auszuschließen ist. Der Zeitpunkt einer möglichen Korrektur ist allerdings offen und ungewiss. In einem im Vergleich zu den Vortagen dünnen Handel bewegt sich Kupfer heute Morgen zunächst um $6.340. 

Kupfer (in US Dollar/Tonne)

DOLLAR / EURO

HIGH: 1,1739 LOW: 1,1611  

 

Obwohl im Vorfeld der gestrigen US-Notenbanksitzung die Meinung vorherrschte, dass die niedrige Inflationsentwicklung vorerst keine weitere Verschärfung der Geldpolitik zulassen wird, legte der Euro nach der Sitzung bis in den Bereich über $1,1700 zu. Dabei bestätigte die Notenbank nur die Markteinschätzung über Konjunktur- und Inflationsrisiken sowie über die weiterhin vorsichtige Vorgehensweise beim geldpolitischen Normalisierungsprozess. Der Leitzins blieb somit unverändert bei 1,00-1,25%. Ein Rückbau der Bilanzsumme erfolge bald, vermutlich ab Herbst/Winter 2017. Technisch wird die Luft nun etwas dünner für den Wechselkurs EUR/USD. Noch bewegt sich das Währungspaar in der Spanne zwischen $1,1500 und $1,1800. Charttechnisch dürfte aber erst ein nachhaltiger Sprung über $1,1800 eine weitere Aufwertung des Euros nach sich ziehen. 

EZB-Fixing (14:15 Uhr) (Dollar/Euro)