Marktberichte

KUPFER

letztes Update: 06.01.2009 

 

HIGH: 3285 LOW: 3117 CLOSE: 3190  

Unterstützung: 3100 Widerstand: 3500 Contango: 33  

 

In den vergangenen Monaten hat sich die Metallwelt einmal um die eigene Achse gedreht. Verwöhnt durch robuste Wachstumsraten, erfreuliche Unternehmensergebnisse und einen nicht enden wollenden Aufwärtstrend der Börsenkurse - manch einer prophezeite Anfang 2008 für Kupfer noch Notierungen um $10000 oder $20000 - war die Rede vom Superzyklus an den Rohstoffmärkten. Doch mit der Umkehr der Rahmenbedingungen kam der Fall, der tiefe Fall. Nicht mehr der Superzyklus, sondern Rezession, Risikoreduktion und Liquiditätsengpässe standen im Vordergrund. Die Nachfrage nach Industriemetallen brach weltweit ein. Metallintensive Branchen schraubten ihre Kapazitäten herunter, zum Jahreswechsel wurden Produktionsstandorte sogar ganz geschlossen. Selbst die aufstrebenden BRIC-Länder konnten sich der Krise nicht entziehen. Nach zweistelligen Wachstumsraten wird vom IWF für China 2009 ein Wachstum von nur 5% prognostiziert. Notierte am 2. Juli 2008 Kupfer mit $8940 noch auf seinem Allzeithoch, ist 5 Monate später der Markt um fast 70% verfallen; das Kurstief des vergangenen Jahres lag am 24.12. bei $2820. Kupferproduzenten reagieren darauf mit Produktionskürzungen und dem Aussetzen ihrer Expansionspläne. Nur kostendeckende Standorte werden gehalten. Bislang führten die Kürzungen noch nicht zu einer Bestandsabnahme. Vielmehr sind die Bestände der LME im letzten Jahr um fast 70% auf das Niveau von 2004 angewachsen. Trotz dieses immensen Kursdrucks setzte zum Jahresende noch einmal eine Rallye ein, die Kupfer wieder in die Höhe trieb: Short-Positionen wurden gedeckt und Fonds versuchten, ihre Bücher positiv zu schließen. Bislang hält die Kauflaune an, da frisches Geld u. a. in Rohstoffindezes fließt. Der Markt notiert derzeit um $3400. Doch angesichts der schwachen Konjunkturaussichten für 2009 werden weitere Kursrückschläge insbesondere für das konjunktursensible Metall Kupfer angenommen. Das renommierte Bankhaus Barclays schließt Kurse um $2100, das entspricht den gewichteten durchschnittlichen Produktionskosten, nicht aus. In der Analyse wird aber auch eingeräumt, dass die Wiederbelebung der Konjunktur ein schnelles Anziehen der Nachfrage zur Folge haben wird; wohingegen die Produktionsseite nicht in diesem Tempo reagieren wird. Kurssteigerungen wären die Folge.  

Kupfer (in US Dollar/Tonne)

DOLLAR / EURO

HIGH: 1,3963 LOW: 1,3544  

 

Auch an den Devisenmärkten machten die Kurse in den letzten Monaten eine Achterbahnfahrt. Noch im Juli lag der Euro knapp über $1,6000. Doch mit Beginn der Finanzkrise, die schnell zur globalen Wirtschaftskrise ausuferte, musste der Euro seine Position aufgeben und fiel im Oktober fast bis auf $1,2300. Der Grund für diesen Kursverfall ist nicht in einer schlechteren konjunkturellen Verfassung der Eurozone gegenüber den USA zu suchen. In den USA wurde die Krise ausgelöst. Der Immobilienmarkt brach ein, dem Bankensystem wurde jegliches Vertrauen entzogen, die dortige Automobilindustrie kam ins Trudeln und konnte in letzter Sekunde von staatlicher Seite gerettet werden, die Notenbank griff zu unkonventionellen Methoden und fährt eine Nullzinspolitik, um die Folgen der Krise für die Wirtschaft abfedern zu können, und staatliche Rettungspakete wurden in nie dagewesenem Umfang geschnürt. Selbst die kauffreudigen Amerikaner üben sich im Verzicht. Die letzte Stimmungsumfrage im Verarbeitenden Gewerbe fiel auf den Stand von 1980; eine Erholung ist noch nicht in Sicht.  

Trotz dieser Hiobsbotschaften konnte der Dollar gegenüber dem Euro zulegen. Risikoaversion, Deleveraging und Repatriierung waren die Zugpferde. Dollar wurde zunehmend nachgefragt, um im Ausland geparkte Gelder in die USA zurückführen und um Fremdkapital in den USA ablösen zu können. Doch zum Jahresende schlugen die konjunkturellen Fakten auch beim Dollar durch. Der Euro konnte im Dezember in der Spitze bis auf $1,4700 zulegen. Da aber die Konjunkturaussichten in der Eurozone ebenfalls enttäuschen und die EZB weitere Zinssenkungen zur Belebung der Konjunktur in Aussicht stellte, gab der Euro in den letzten Tagen wieder nach und musste mehrere Unterstützungslinien aufgeben. Zudem kündigte der designierte US-Präsident umfangreiche Steuersenkungen zur Ankurbelung der Binnennachfrage an. Gegenwärtig notiert der Euro knapp über $1,3300.  

EZB-Fixing (14:15 Uhr) (Dollar/Euro)