Marktberichte

KUPFER

Aktualisierung: 09.07.2026


Kurse vom 08.07.2026:

High  $    13.390,00  Low  $   13.146,00 Close  $     13.255,00

Resistance  $    13.500,00  Support  $   13.000,00


Bestände:

LME: 310.650t // SHFE: 122.677t // Comex: 674.078t


Kupfer hält Marke von 13.000 US-Dollar

Die Stimmung am Kupfermarkt hat sich zur Wochenmitte deutlich eingetrübt. Nachdem US-Präsident Donald Trump das erst vor wenigen Tagen geschlossene Waffenstillstandsabkommen mit dem Iran für beendet erklärt hatte, nahmen die geopolitischen Spannungen im Nahen Osten erneut zu. Die unmittelbare Reaktion an den Märkten ließ nicht lange auf sich warten: Der Ölpreis sprang deutlich an, die Aktienmärkte gerieten unter Druck und Kupfer fiel erneut, kann bisher die wichtige Marke von 13.000 US-Dollar je Tonne halten. Am Donnerstagmorgen kann sich der Markt zwar wieder leicht erholen und notiert knapp oberhalb dieser Schwelle, die Unsicherheit bleibt jedoch hoch.


Geopolitik verändert die Blickrichtung des Marktes

Noch vor wenigen Wochen hatte der Konflikt im Nahen Osten den Kupferpreis gestützt. Damals dominierten Sorgen über mögliche Lieferkettenunterbrechungen sowie steigende Energiekosten. Inzwischen hat sich der Fokus verschoben. Höhere Ölpreise werden nun vor allem als Belastung für die Weltwirtschaft interpretiert. Anleger befürchten, dass ein anhaltend hoher Energiepreis den Inflationsdruck erneut verstärkt und die großen Notenbanken zu einer länger restriktiven Geldpolitik zwingt.


Für konjunktursensible Industriemetalle wie Kupfer wäre dies ein ungünstiges Umfeld. Höhere Finanzierungskosten und steigende Produktionskosten bremsen Investitionen und damit letztlich auch die Nachfrage nach Metallen. Entsprechend reagierte der Kupfermarkt zunächst mit deutlichen Gewinnmitnahmen.


Zölle bleiben im Hintergrund – strukturelle Unterstützung besteht fort

Trotz der jüngsten Schwäche hat sich am grundlegenden Marktbild wenig geändert. Eine angekündigte Entscheidung der US-Regierung über mögliche Importzölle auf raffiniertes Kupfer blieb zuletzt erneut aus. Der Markt verharrt deshalb in einer abwartenden Haltung.


Die Erwartung möglicher Handelsbeschränkungen sorgt jedoch weiterhin dafür, dass verstärkt Kupfer in US-Lagerhäuser verlagert wird. Die Bestände in den Comex-Lagerhäusern steigen täglich, während LME und SHFE Abgänge verzeichnen. Gleichzeitig bleiben die langfristigen Nachfrageperspektiven intakt. Investitionen in den Ausbau der Stromnetze, Rechenzentren für Künstliche Intelligenz sowie die Elektromobilität gelten weiterhin als wesentliche Wachstumstreiber für den Kupferverbrauch und begrenzen bislang das Abwärtspotenzial.


Chinas schwache Binnenkonjunktur bleibt ein Belastungsfaktor

Zusätzlichen Gegenwind liefern die aktuellen Wirtschaftsdaten aus China. Die Produzenten stehen weiterhin unter erheblichem Preisdruck und sind gezwungen, sinkende Rohstoff- und Energiekosten an ihre Kunden weiterzugeben. Der intensive Preiswettbewerb spiegelt die nach wie vor schwache Inlandsnachfrage wider.


Auch die Investitionstätigkeit bleibt verhalten. Private Investitionen gingen in den ersten fünf Monaten des Jahres deutlich zurück, während sich der Einzelhandel nur schwach entwickelte. Besonders auffällig ist die Entwicklung im Automobilmarkt: Der Absatz im Inland brach kräftig ein, während die Exporte deutlich zulegten. Diese Entwicklung verstärkt international die Diskussion über chinesische Überkapazitäten, die sich auch am Kupfermarkt durch die hohen Hüttenkapazitäten in China zeigen, und zunehmende handelspolitische Gegenmaßnahmen.


Mit Spannung richten sich die Blicke nun auf die in der kommenden Woche anstehenden Wachstumszahlen für das zweite Quartal. Sie dürften zeigen, ob die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt den schwachen Binnenkonsum weiterhin durch Exporte kompensieren kann.


Fazit: Kurzfristig dominiert die Makrolage

Der Kupfermarkt wird derzeit weniger von fundamentalen Angebots- und Nachfragefaktoren als von makroökonomischen Entwicklungen bestimmt. Die erneute Eskalation im Nahen Osten hat die Inflations- und Zinssorgen zurück auf die Agenda gebracht und den Kupferpreis auf die psychologisch wichtige Marke von 13.000 US-Dollar gedrückt. Die leichte Erholung am Donnerstag zeigt zwar, dass der Markt weiterhin auf eine Entspannung hofft. Solange jedoch geopolitische Risiken, hohe Energiepreise und die schwache chinesische Binnenkonjunktur zusammenwirken, dürfte die Volatilität hoch bleiben. Mittel- bis langfristig sorgen die strukturellen Nachfrageimpulse durch Energiewende, Netzausbau und Digitalisierung jedoch weiterhin für Unterstützung.

Kupfer (in US Dollar/Tonne)

EURO/DOLLAR

Kurse vom 08.07.2026:

High 1,1431  Low 1,1390

Resistance 1,2000 Support 1,0176


Euro unter Druck – Nahost-Konflikt rückt Inflation wieder in den Fokus

Der Euro bleibt gegenüber dem US-Dollar unter Druck. Nach den jüngsten Hoffnungen auf eine Entspannung im Nahen Osten haben die erneuten militärischen Auseinandersetzungen zwischen den USA und dem Iran die Märkte verunsichert. US-Präsident Donald Trump erklärte das zuvor geschlossene Waffenstillstandsabkommen für beendet und kündigte weitere militärische Maßnahmen an. Die Folge waren steigende Ölpreise und eine erhöhte Risikoaversion an den Finanzmärkten. Der Euro konnte sich in diesem Umfeld dennoch behaupten und hält sich heute Morgen über der Marke von 1,1400 US-Dollar, der Druck bleibt.


Fed signalisiert entschlossenen Kampf gegen die Inflation

Unterstützung erhält der Dollar durch die jüngsten Signale der US-Notenbank. Das Protokoll der Juni-Sitzung unter dem neuen Fed-Vorsitzenden Kevin Warsh verdeutlicht, dass die Bekämpfung der Inflation derzeit oberste Priorität genießt. Die Währungshüter sehen die Preisentwicklung weiterhin deutlich über ihrem Inflationsziel und halten sich ausdrücklich die Möglichkeit weiterer Zinserhöhungen offen, sollte der Preisdruck nicht nachlassen.


Vor allem die zuletzt gestiegenen Energiepreise sowie anhaltende Investitionen in KI-Infrastruktur gelten als Faktoren, die den Inflationsdruck länger hoch halten könnten. Entsprechend rechnen die Finanzmärkte inzwischen mit einem länger restriktiven Zinskurs der US-Notenbank – ein Umfeld, das den Dollar gegenüber dem Euro stützen dürfte.


Geopolitik belastet den Konjunkturausblick

Die erneute Eskalation im Nahen Osten rückt neben der Geldpolitik auch die weltwirtschaftlichen Risiken wieder stärker in den Vordergrund. Mit den Angriffen auf iranische Ziele und den Sorgen um die Energieversorgung steigen die Befürchtungen, dass höhere Ölpreise die Inflation erneut anheizen und gleichzeitig das globale Wirtschaftswachstum bremsen könnten.


Der Internationale Währungsfonds hat seine Prognose für das weltweite Wirtschaftswachstum 2026 leicht auf 3,0 Prozent gesenkt. Gleichzeitig erwartet der IWF eine höhere Inflation als bislang angenommen und verweist auf die Risiken durch geopolitische Konflikte, Handelsbarrieren und Unsicherheiten rund um die Entwicklung der Künstlichen Intelligenz. Für den Euroraum wurde die Wachstumsprognose ebenfalls nach unten korrigiert.


Der Dollar profitiert erneut von seiner Rolle als sicherer Hafen

In Phasen geopolitischer Unsicherheit fließt Kapital traditionell in den US-Dollar. Diese Funktion als sicherer Hafen wurde durch die jüngsten Entwicklungen erneut bestätigt. Während der Euro zusätzlich unter den schwächeren Wachstumsperspektiven im Euroraum leidet, profitiert der Dollar sowohl von den höheren US-Zinsen als auch von seiner Bedeutung als internationale Reservewährung.


Für exportorientierte Unternehmen aus der Eurozone wirkt ein schwächerer Euro grundsätzlich unterstützend. Gleichzeitig verteuern sich jedoch Rohstoffe und Energieimporte, die überwiegend in US-Dollar fakturiert werden. Damit bleiben die Wechselkursentwicklung und die geopolitische Lage wichtige Einflussfaktoren für die Kostenentwicklung vieler Industrieunternehmen.


Fazit: Unsicherheit spricht kurzfristig für den Dollar

Die Kombination aus geopolitischen Spannungen, steigenden Energiepreisen und einer weiterhin restriktiv auftretenden US-Notenbank spricht derzeit für einen festen US-Dollar. Der Euro konnte sich zwar oberhalb von 1,1400 US-Dollar behaupten, bleibt aber anfällig für weitere Rückschläge. Ob sich die Gemeinschaftswährung stabilisieren kann, dürfte in den kommenden Tagen maßgeblich davon abhängen, ob sich die Lage im Nahen Osten beruhigt und die Inflationssorgen wieder in den Hintergrund treten.

EZB-Fixing (14:15 Uhr) (Dollar/Euro)