Marktberichte

KUPFER

aktualisiert am: 21.01.2020 

 

Kupfer: HIGH: 6290 LOW: 6247 Close: 6259  

Widerstand: 6320 Unterstützung: 6090 Contango: -25,75  

 

Die jüngsten Konjunkturdaten aus China zeigten zum Wochenschluss eine wirtschaftliche Stabilisierung zum Jahresende 2019 an. Die Industrieproduktion (+6,9%) und die Anlageinvestitionen (+5,4%) lagen im Dezember mit ihrem Jahresplus über den Erwartungen. Die Einzelhandelsumsätze legten wie im Vormonat um +8,0% zu. Die Wirtschaft insgesamt wuchs im dritten Quartal unverändert zum Vorquartal um 6,0%. Damit kann für das gesamte Jahr 2019 in China ein Wachstum von +6,1% ermittelt werden. Dieses ist zwar die niedrigste Wachstumsrate seit fast 30 Jahren, liegt aber im Rahmen der zu Jahresbeginn 2019 vorgegebenen Zielspanne zwischen 6,0% und 6,5%. Die chinesische Regierung scheint ihre Wirtschaft kontrolliert abkühlen zu lassen. Entsprechend wird kein harter Abschwung, sondern vielmehr moderate Lenkungsmaßnahmen der chinesischen Führung erwartet. Die Kupfernotierungen reagierten nur verhalten auf diese Konjunkturdaten und bewegten gestern in einer Handelsspanne zwischen $6250 und $6.300. Womöglich wird erst der Anfang März stattfindende Nationale Volkskongress abgewartet, auf dem dann konkrete Ziele für 2020 festgelegt werden.  

Heute Morgen geben die Notierungen allerdings überraschend nach. Die Ausbreitung des SARS-ähnlichen Virus in China hat vor dem am Freitag beginnenden Neujahrsfest die Risikoaversion steigen lassen. Es wird befürchtet, dass sich der Virus während der Feiertage, die traditionell mit einer hohen Reisetätigkeit der Chinesen verbunden sind, schnell ausbreiten und die chinesische Wirtschaftsaktivität einschränken könnte. In diesem Umfeld wurden insbesondere im frühen asiatischen Markt Longpositionen glattgestellt. Seither pendeln die Dreimonatskurse zwischen $6.150 und $6.200.  

Kupfer (in US Dollar/Tonne)

DOLLAR / EURO

HIGH: 1,1102 LOW: 1,1075  

 

Mit dem Abschluss des Phase-1-Abkommens und damit einer guten Ausgangsposition für ein folgendes Phase-2-Abkommen konnte sich der Dollar zuletzt befestigen. Noch zum Wochenschluss rutschte der Euro unter $1,1100. Die heute Morgen veröffentlichten ZEW-Konjunkturerwartungen verliehen der Gemeinschaftswährung dann wieder leichten Auftrieb. Im Januar stieg dieser Index von zuvor 10,7 auf nun 26,7 Punkte. Die Hoffnung auf eine Stabilisierung der wirtschaftlichen Aktivitäten aufgrund der Teileinigung zwischen den USA und China, der Fortschritte im Brexit-Prozess als auch positiverer Konjunkturindikatoren hat zu einer verbesserten Einschätzung der befragten Finanzmarktanalysten geführt. Der Euro bewegt sich gegenwärtig knapp über $1,1100. 

Diese Woche wird sich die Aufmerksamkeit auf die Sitzung der europäischen Zentralbank am Donnerstag richten. Es werden keine richtungsweisenden Entscheidungen zu erwarten sein. Weder das letzte Sitzungsprotokoll noch die Dynamik bei der Konjunktur- und Inflationsentwicklung deuten weitere Schritte an. Doch Christine Lagarde hatte im Vorfeld eine umfassende Strategieüberprüfung angekündigt. Formal beschlossen wird diese Überpürfung zwar erst am Donnerstag, so dass Ergebnisse noch nicht vorliegen werden. Da Lagarde mit ihrer Unterstützung bei der Umsetzung des Green-Deals der EU-Kommission aber schon gezeigt hat, auch unkonventionellere Wege zu gehen, werden die anschließenden Kommentare der neuen EZB-Chefin sicherlich mit Spannung erwartet werden. 

EZB-Fixing (14:15 Uhr) (Dollar/Euro)