Marktberichte
KUPFER
Aktualisierung: 15.10.2026
Kurse
vom 14.10.2026:
High $ 14.700,00 // Low $ 14.425,00 // Close $ 14.436,00
Resistance $ 14.875,00 // Support $14.235,00
Bestände:
LME: 228.000mt // SHFE: 58.744mt // Comex: 788.272tn
(715.108mt)
Kupfer
zwischen Zinsdruck und Angebotsrisiken – Markt bleibt angespannt
Kupfer startet etwas schwächer in den Donnerstag. Nach
dem Dreiwochenhoch von 14.700 US-Dollar am Mittwoch liegt der
LME-Dreimonatspreis am Morgen bei 14.408 US-Dollar je Tonne. Höhere
US-Inflationsdaten, steigende Zinserwartungen und ein festerer Dollar belasten.
Gleichzeitig begrenzen Produktionsrisiken und die angespannte physische
Versorgung außerhalb der USA den Preisdruck.
Chile: Risiken
bleiben trotz Einigung bei Escondida
Bei Escondida, der größten Kupfermine der Welt, haben
BHP und die Gewerkschaft der leitenden Angestellten einen drohenden Streik
abgewendet. Entwarnung für Chile bedeutet das jedoch nicht: Bei Antofagastas
Centinela-Mine dauert der Arbeitskampf an, während Codelco Teile von El
Teniente nach einem tödlichen Erdrutsch stillgelegt hat.
Panmure Liberum beziffert die gemeldeten Minenausfälle
2025 und 2026 auf jährlich 350.000 bis 400.000 Tonnen Kupfer. Damit bleiben die
Störungen nach Einschätzung der Investmentbank bislang unter den Ausfallmengen,
die in Angebotsmodellen ohnehin für ungeplante Unterbrechungen berücksichtigt
werden.
China: Starker
Handel, gemischtes Bild bei Kupfer
Chinas September-Handelszahlen fielen insgesamt robust
aus. Bei Kupfer ist das Bild jedoch differenzierter: Die Einfuhren von
unverarbeitetem Kupfer und Kupferprodukten stiegen gegenüber August zwar um
20,7 Prozent auf 461.000 Tonnen, lagen aber unter dem Vorjahresniveau.
Auch die Konzentratimporte zeigen keine Belebung. Mit
2,482 Millionen Tonnen lagen sie rund vier Prozent unter September 2025. Das
fällt in eine Phase knapper Konzentratversorgung und außergewöhnlich niedriger
Schmelzlöhne. Die ICSG erwartet deshalb für 2026 trotz zusätzlicher
Raffineriekapazitäten nur ein geringes Wachstum der Raffinadeproduktion.
USA ziehen
Kupfer an – Europa zahlt höhere Prämien
Die großen Kupfermengen in den USA sind vor allem das
Ergebnis der Preisunterschiede zwischen Comex und LME. Die Aussicht auf
US-Importzölle machte es für Händler attraktiv, Metall in die Vereinigten
Staaten zu verschiffen. Anders als bei einer staatlichen strategischen Reserve
gehört dieses Kupfer jedoch privaten Marktteilnehmern. Ändert sich die
Preisstruktur, könnte Metall grundsätzlich wieder abfließen.
Für Europa sind die Folgen bereits spürbar. Aurubis
will für 2027 einen Rekordaufschlag von 347 US-Dollar je Tonne auf den
LME-Preis verlangen. Das Unternehmen verweist auf die knappe europäische
Versorgung und erwartet zugleich eine starke Nachfrage unter anderem aus
Rechenzentren, Elektromobilität und erneuerbaren Energien.
Fazit:
Rechnerischer Überschuss bedeutet keine Entspannung
Die ICSG erwartet dennoch einen Überschuss von 104.000
Tonnen raffiniertem Kupfer für 2026 und 368.000 Tonnen für 2027. Entscheidend
dafür ist vor allem die Angebotsseite: 2027 sollen Minenproduktion und
Raffinadeproduktion stärker wachsen als der Verbrauch.
Kupfer (in US Dollar/Tonne)
EURO/DOLLAR
Kurse
vom 14.10.2026:
High 1,1211 US-Dollar // Low 1,1112 US-Dollar
Resistance 1,2000 // Support 1,0176
EUR/USD
unter Druck – US-Renditen geben dem Dollar die Richtung vor
Der US-Dollar bleibt am Devisenmarkt bestimmend. Der
erneut gestiegene Preisdruck in den USA hat die Erwartungen an die Federal
Reserve verschoben und die Renditen amerikanischer Staatsanleihen nach oben
getrieben. EUR/USD fiel daraufhin zeitweise auf 1,1112 und damit auf den
niedrigsten Stand des Jahres.
Entscheidend ist derzeit vor allem die Entwicklung am
US-Anleihemarkt. Seit Anfang September haben steigende langfristige US-Renditen
den Dollar gestützt. Politische und fiskalische Unsicherheiten in Europa
begrenzen gleichzeitig das Erholungspotenzial des Euro.
US-Inflation
bringt weitere Zinserhöhung ins Spiel
Die US-Verbraucherpreise stiegen im September um 0,6
Prozent gegenüber dem Vormonat und um 3,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Energie war ein wesentlicher Treiber, doch auch die Kerninflation erhöhte sich
von 2,4 auf 2,6 Prozent. Damit bleibt der Preisdruck breiter, als es der
Federal Reserve lieb sein dürfte.
Am Terminmarkt ist deshalb die Wahrscheinlichkeit
einer weiteren Zinserhöhung bereits Ende Oktober deutlich gestiegen. Die
Mehrheit der Ökonomen erwartet allerdings weiterhin, dass die Fed zunächst
abwartet und erst im Dezember erneut handelt.
US-Renditen
bestimmen den Wechselkurs
Nach den Inflationsdaten sprang die Rendite
zehnjähriger US-Staatsanleihen zeitweise auf rund 5,33 Prozent, während EUR/USD
bis auf 1,1112 fiel. Der Zusammenhang ist vergleichsweise einfach: Steigen die
Renditen amerikanischer Anlagen gegenüber dem Euroraum, werden Dollar-Anlagen
attraktiver. Die zusätzliche Nachfrage nach US-Dollar stützt die Währung.
Steigende Bund-Renditen haben den Euro zuletzt
teilweise vor einem stärkeren Rückgang bewahrt. In Frankreich spiegeln höhere
Renditen dagegen vor allem eine gestiegene Risikoprämie aufgrund politischer
und fiskalischer Unsicherheiten wider. Insgesamt kommt der wichtigste Impuls
für EUR/USD derzeit jedoch aus den USA.
Fed zwischen
Inflation und schwächerem Arbeitsmarkt
Für die Fed bleibt die Lage schwierig. Das aktuelle
Beige Book berichtet von wenigen Neueinstellungen, aber auch wenigen
Entlassungen. Gleichzeitig nimmt der Kostendruck zu: Höhere Treibstoffpreise
werden zunehmend über die Lieferketten weitergegeben, zusätzlich belasten
Rohstoffe, Zölle und Versicherungen.
Damit sprechen die Inflationsdaten für eine weitere
Straffung, während der Arbeitsmarkt eher für Zurückhaltung spricht. Fed-Chef
Kevin Warsh hat keinen festen Zinspfad vorgegeben – entsprechend wichtig
bleiben die kommenden Konjunkturdaten.
Fazit:
US-Anleihemarkt bleibt entscheidend
Solange die US-Inflation hartnäckig bleibt und die
langfristigen Renditen hoch sind, erhält der Dollar Unterstützung. Sollten die
Renditen zehnjähriger US-Staatsanleihen dagegen wieder in Richtung 5,0 bis 4,8
Prozent fallen, könnte der Aufwertungsdruck auf den Dollar nachlassen.
Für eine stärkere Euro-Erholung müssten allerdings
auch die europäischen Belastungsfaktoren nachlassen. Politische Unsicherheit
und die Sorgen um Frankreichs Staatsfinanzen sprechen derzeit gegen eine
schnelle Rückkehr von EUR/USD in den Bereich von 1,1500 bis 1,1600.



