Marktberichte
KUPFER
Aktualisierung: 20.11.2025
Kurse
vom 19.11.25:
High $ 10.823,00 Low $ 10.695,50 Close $ 10.803,00
Resistance $ 11.200,00 Support $ 10.181,00
Am Kupfermarkt werden US-Daten erwartet – leichte
Erholung trotz Unsicherheiten
Der Kupferpreis hat zum Wochenauftakt zunächst etwas nachgegeben. Viele
Anleger halten sich zurück, bis die während des Government Shutdowns
ausgefallenen US-Konjunkturdaten veröffentlicht werden. Erst diese Daten
geben Hinweise darauf, welchen Kurs die US-Notenbank im Dezember einschlagen
könnte. Heute stehen die offiziellen US-Arbeitsmarktdaten für September an –
ein entscheidender Referenzpunkt für die geldpolitischen Erwartungen, zumal
Fed-Vertreter zuletzt mehrfach betont hatten, dass eine Zinssenkung im
Dezember keineswegs sicher sei.
Auch aus China fehlen nach wie vor klare konjunkturelle Impulse. Der Markt
braucht momentan sowohl aus den USA als auch aus China stärkere Signale, um
den übergeordneten Aufwärtstrend wieder aufzunehmen.
Trotz dieser Unsicherheiten konnte Kupfer gestern wieder Boden gutmachen.
Einige Investoren nutzten den jüngsten Rücksetzer als Einstiegsgelegenheit,
zumal sich die Aktienmärkte vor wichtigen Tech-Unternehmenszahlen stabilisierten.
Marktbeobachter verweisen zudem darauf, dass Kupfer in den jüngsten
Korrekturen höhere Tiefpunkte ausgebildet hat – ein Zeichen dafür, dass
Käufer auf Rücksetzer warten und nicht auf ausgeprägtere Preisrückgänge
spekulieren.
Unterstützung kam außerdem von der Angebotsseite. Weltweite
Produktionsstörungen halten die Sorge vor einem knapper werdenden Markt wach.
Freeport-McMoRan kündigte zwar an, dass die Produktion in der indonesischen
Grasberg-Mine bis Juli 2026 wieder anlaufen soll, doch bleibt der Schaden
erheblich: Der Betrieb war im September nach einem schweren Schlammeinbruch
gestoppt worden, bei dem sieben Arbeiter ums Leben kamen.
Good to Know:
Cochilco hebt Kupferpreisprognosen auf Rekordniveau an
Chiles staatliche Kupferkommission Cochilco hat
ihre Preisprognosen für 2025 und 2026 deutlich auf Rekordniveaus angehoben.
Für 2025 rechnet die Kommission nun mit einem durchschnittlichen Kupferpreis
von 4,45 USD je Pfund (9.811 USD/t) und für 2026 mit 4,55 USD je Pfund
(10.031 USD/t). Beide Werte liegen über den vorherigen Schätzungen von 4,30
USD je Pfund (9.480 USD/t) und stellen die höchsten je veröffentlichten
Prognosen der Behörde dar.
Die Kommission erwartet zudem, dass der Kupferpreis bis mindestens 2030
einem strukturellen Aufwärtstrend folgt – getragen von einer anhaltend
knappen Angebotslage, während die Nachfrage weiter wächst. Cochilco-Analyst
Víctor Garay betonte jedoch, dass Risiken wie mögliche Zollanpassungen oder
eine Abschwächung der Nachfrageentwicklung weiterhin bestehen.
Ein wesentlicher Grund für die optimistischen Preisannahmen ist die
schwache Produktion im weltweit größten Förderland Chile. Niedrigere Ausstöße
in der Collahuasi-Mine (Anglo American / Glencore), geringere Mengen bei
Anglo American Sur sowie ein Unfall in Codelcos Schlüsselmine El Teniente
haben die Output-Erwartungen gedrückt.
Für 2025 rechnet Cochilco nur noch mit einem minimalen Produktionsanstieg
von 0,1 % auf 5,51 Mio. Tonnen. Erst 2026 soll die Förderung um 2,5 % auf 5,6
Mio. Tonnen zulegen und 2027 wieder auf 5,9 Mio. Tonnen ansteigen, wenn
Ersatzkapazitäten für El Teniente die Produktion stützen.
Auf der Nachfrageseite erwartet Cochilco weiterhin Wachstum – wenn auch mit
nachlassender Dynamik im Vergleich zu den Boomjahren.
Kupfer (in US Dollar/Tonne)
EURO/DOLLAR
Kurse
vom 19.11.25:
High 1,1597 Low 1,1517
Resistance 1,2000 Support 1,0176
Markt wartet auf Arbeitsmarktsignale –
Dollar bleibt unter Druck
Für heute wird die Veröffentlichung des US-Arbeitsmarktberichts für
September erwartet. Ob und wann die Daten für Oktober nachgezogen werden, ist
noch offen. Der reguläre Bericht für November sollte turnusgemäß am 5.
Dezember folgen, wurde nun aber um eine Woche verschoben, so dass er erst
nach der Fed-Sitzung im Dezember veröffentlicht wird.
Der Markt blickt nach sechswöchigem Datenentzug mit hoher Aufmerksamkeit
auf die heutigen Zahlen, da zuletzt mehrere Hinweise auf eine Abkühlung der
Arbeitsmarktdynamik den US-Dollar belastet haben. Die weichen Daten hatten
die Erwartungen an eine mögliche Zinssenkung verstärkt. Nur die stark
unterschiedlichen Äußerungen von Fed-Offiziellen haben diese Erwartungen
wieder zurückgenommen.
Ähnlich gilt dies für die Inflationsentwicklung. Zwar wurden auch während
des Shutdowns Preisindikatoren veröffentlicht, doch waren diese stark
extrapoliert. Zuletzt zurückgenommene Zölle deuten zusätzlich darauf hin,
dass der Inflationsdruck eher nachlassen dürfte. Für die Federal Reserve
stand die Gefahr eines länger anhaltenden Inflationsschubs ohnehin nie im
Vordergrund. Entscheidend bleibt für sie vielmehr die Lage am
Arbeitsmarkt.
Am 10. Dezember trifft die Fed ihre letzte Zinsentscheidung des Jahres und
wird dabei auch neue Projektionen für 2026 vorlegen. Diese Einschätzungen
dürften maßgeblich beeinflussen, ob der Dollar die Schwächephase in diesem
Jahr überwinden kann – oder ob die Aussicht auf niedrigere Zinsen die
US-Währung weiter belastet.
Einige Währungsprognosen haben Vorgaben für den Jahreswechsel bereits
zurückgenommen. Dort, wo noch Ende Dezember 2025 eine $1,2000 stand, bewegen
sich die Einschätzungen mittlerweile in Richtung $1,1700. Spannend wird es
dann in 2026, wenn der politische Druck in den USA mit dem Wechsel auf dem
Chefposten der US-Notenbank zunehmen könnte. Aktuell wird mit einer Abwertung
des Greenbacks gerechnet; der Euro könnte dann doch die Marke von $1,2000 ins
Visier nehmen.



