Marktberichte

KUPFER

aktualisiert am: 23.11.2020 


Kupfer: HIGH: 7288,5 7158 Close: 7209

Widerstand: 7350 Unterstützung: 7000 Contango: 12,00


China sorgt weiter für Zuversicht am Kupfermarkt. Doch mit dem neu geschlossenen Freihandelsabkommen kamen auch kritische Stimmen auf, die ein Autarkiebestreben Chinas dahinter vermuten. Diese Annahme wurde bereits im Vorhinein durch die Bekanntgabe erster Eckpunkte des 5-Jahresplanes, der im kommenden März beim Nationalen Volkskongress zur Verabschiedung ansteht, genährt. Denn danach besteht die neue Wirtschaftsausrichtung Chinas aus zwei Kreisläufen. Mit dem ersten, binnenwirtschaftlichen Kreislauf soll der Binnenkonsum durch eigene Waren und Dienstleistungen angetrieben werden. Mit dem zweiten Außenwirtschaftskreislauf soll China zu einer nachfrage- und innovationsgetriebenen Wirtschaft umgebaut werden. Nicht mehr die Werkbank der Welt, sondern der Innovationsgeber bei hochentwickelten Produkten, mit denen ganze Wertschöpfungsketten in China abgedeckt werden können, ist das Ziel. Präsident Jinping Xi hat den Autarkiebefürchtungen nun entgegnet, dass Chinas Bedeutung für die Weltwirtschaft auch mit den zwei Kreisläufen weiter wachsen wird, Verbindungen zu ihr sogar enger werden. Denn es handle sich vielmehr um „einen offenen Kreislauf, der sowohl den Binnenmarkt als auch die internationalen Märkte unterstützt“.

Donald Trump lässt sich von diesen Worten nicht beeindrucken und möchte noch vor seinem Auszug aus dem Weißen Haus gegenüber China wieder eine härtere Gangart etablieren. Spannungen zum Jahresende sind da nicht auszuschließen.


Vorab steigen die Notierungen am Kupfermarkt aber weiter an. Mittlerweile handelt Kupfer über $7.300. Ein weiterer Impftsoff sorgt sicherlich für Zuversicht an den Metallmärkten. Es wird aber auch vermutet, dass spekulative Investoren zum Ausgleich aus Aktien in Rohstoffe umschichten. Von fundamentaler Seite unterstützt die gestern veröffentlichte Handelsstatistik der Internationalen Studiengruppe Kupfer den Markt. Denn danach weist der Kupfermarkt im Zeitraum Januar bis August ein Defizit von 293.000t auf. Dieses Defizit ist zum einen auf ein corona-bedingt geringeres Angebot zurückzuführen, wohingegen die Nachfrage insbesondere aus China zulegen konnte.


Kupfer (in US Dollar/Tonne)

DOLLAR / EURO

EUR/USD: HIGH: 1,1905 LOW: 1,1799

Widerstand: 1,2000 Unterstützung: 1,1600


Der Euro legte gestern zunächst zu und überwand vorübergehend die Marke bei $1,1900. Dieser Kursanstieg erfolgte, obwohl die zeitgleich veröffentlichten vorläufigen Einkaufsmanagerindizes aus der Eurozone nicht überzeugten. Im November wird im Vergleich zum Vormonat unter anderem in Deutschland mit einer geschwächten Stimmung im Verarbeitenden Gewerbe gerechnet (57,90 Punkte). Gleiches Bild zeichnet sich auch in der Eurozone (53,6 Punkte) ab. Darum wurde der festere Euro mit der Meldung von AstraZeneca begründet, gemeinsam mit der Universität Oxford einen weiteren Impfstoff entwickelt zu haben. Doch die Euphorie hielt nicht lange an. Nachmittags stürzte die Gemeinschaftswährung regelrecht ab. Der US-Einkaufsmanagerindex, der sich zum Vormonat unerwartet verbessern konnte, beflügelte den Dollar. Der Euro rutschte zeitweise unter $1,1800.


Diese Entwicklung darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass nach der Wahl des US-Präsidenten weitere Missstimmungen zu vernehmen sind. Denn voraussichtlich wird ein weiteres Hilfspaket der Demokraten im Senat scheitern. Wegen der Uneinigkeit zwischen Demokraten und Republikanern wird zum Jahresende zudem ein erneuter Government Shutdown erwartet. In Europa blockieren zwar Polen und Ungarn ebenso die Verabschiedung eines Haushalts über 1 Bio. EUR und den Wiederaufbaufonds über 750 Mrd. EUR. Doch hier wird eine schnellere Einigung als in den USA erwartet. Davon dürfte der Euro wieder profitieren, der aktuell bereits wieder bei $1,1880 handelt.

EZB-Fixing (14:15 Uhr) (Dollar/Euro)