Marktberichte
KUPFER
Aktualisierung: 12.02.2026
Kurse
vom 11.02.26:
High $ 13.480,00 Low $ 13.027,50 Close $ 13.239,00
Resistance $ 13.500,00 Support $ 12.500,00
Kupfermarkt vor dem chinesischen Neujahr:
Stabilisierung auf hohem Niveau
Seitwärtsbewegung nach scharfer Korrektur
Der Kupferkurs hat sich nach der deutlichen Korrektur vor zwei Wochen
spürbar stabilisiert. In den vergangenen Handelstagen dominierte eine
Seitwärtsbewegung. Der Marktton hat sich dabei leicht ins Bearishe verschoben
– allerdings bei insgesamt rückläufiger Liquidität.
Mit Blick auf das bevorstehende chinesische Neujahrsfest (17. Februar bis
3. März) dünnen die Handelsvolumina weiter aus. China, Südkorea, Singapur und
weitere asiatische Staaten schließen für mehrere Tage ihre Märkte.
Erfahrungsgemäß geht in dieser Phase die physische Nachfrage zurück, was sich
auch in vorsichtigeren Dispositionen entlang der Lieferkette bemerkbar
macht.
Kurzfristig dürfte das Marktgeschehen vor allem von makroökonomischen Daten
aus den USA geprägt sein. Eine nachhaltige Trendbildung ist vorerst nicht
erkennbar.
China: Schwache Konjunktursignale, verzerrte
Preisdaten Die jüngsten chinesischen Konjunkturdaten bestätigen das Bild einer
weiterhin verhaltenen wirtschaftlichen Dynamik.
• Die Verbraucherpreise (CPI) stiegen im Januar lediglich um 0,2 %
gegenüber dem Vorjahr (Dezember: +0,8 %).
• Die Produzentenpreise (PPI) lagen mit –1,4 % erneut im negativen Bereich
(Dezember: –1,9 %).
Allerdings sind die Inflationsdaten in diesem Jahr durch das spätere
Neujahrsfest verzerrt (Mitte Februar statt Ende Januar im Vorjahr). Während
die Konsumentenpreise insbesondere durch schwache Lebensmittel- und
Energiepreise gedrückt wurden, fiel die PPI-Deflation etwas geringer aus als
erwartet. Steigende Rohstoffpreise sowie eine gewisse Preiserholung in
ausgewählten Hightech- und Industriesektoren wirkten stabilisierend.
Die entscheidende Frage bleibt: Wie stark fällt die Nachfragebelebung nach
den Feiertagen aus? Traditionell zieht der Markt im März wieder an. Ob dies
2026 in gewohntem Umfang gelingt, bleibt angesichts der konjunkturellen
Rahmendaten offen.
Import- und Produktionsdaten aus China
Die chinesischen Handelsdaten zeigen für 2025:
• Rückläufige Importe von raffiniertem Kupfer (unter anderem wegen
erwarteter US-Zölle).
• Steigende Importe von Kupfererz und Schrott.
Dies wird insgesamt als eher bearsih für den Markt gewertet, da es auf eine
veränderte Beschaffungsstruktur und möglicherweise ausreichende
Binnenverfügbarkeit hinweist.
Lagerbestände sprechen gegen kurzfristige
Preissprünge
Ein begrenzender Faktor für festere Notierungen
bleiben die vergleichsweise hohen Lagerbestände:
• LME-Bestände: 192.100 Tonnen (erneuter Anstieg). Nur rund 12 % davon sind
zur Auslieferung vorgesehen. Ein Großteil der Mengen liegt in asiatischen
LME-Lagern – saisonal passend zum bevorstehenden Neujahr.
• Shanghai (SHFE): 248.911 Tonnen (wöchentliche Meldung; nächster Bericht
am Freitag vor dem Feiertag).
• COMEX: 592.536 Tonnen.
Damit bewegen sich die Bestände in Teilen auf Fünfjahres- oder
Rekordniveaus. Aus fundamentaler Sicht spricht dies gegen kurzfristige
Engpässe.
Privatanleger treiben Volatilität
Auffällig bleibt der hohe Einfluss privater Marktteilnehmer. Besonders in
kleineren CME-Micro-Kontrakten sowie an asiatischen Börsen wie der SHFE
zeigen sich erhöhte Umsätze. Die Folge: überdurchschnittliche
Kursschwankungen.
Asiatische Börsen haben bereits zahlreiche Maßnahmen zur Eindämmung der
Volatilität ergriffen. Dennoch bleibt das Risiko kurzfristiger, spekulativ
getriebener Ausschläge bestehen – sowohl nach oben als auch nach unten.
Für industrielle Abnehmer bedeutet dies: Preisspitzen können zunehmend
kurzfristiger Natur sein und müssen nicht zwingend eine fundamentale
Trendwende signalisieren.
Handelspolitik und strategische
Rohstoffpolitik im Blick
Auch geopolitische Themen bleiben relevant:
• Die Abstimmung über das EU-US-Handelsabkommen steht an. Eine Zustimmung
könnte die Märkte beruhigen und die Safe-Haven-Nachfrage reduzieren.
• In den USA verfolgt die Regierung mit „Project Vault“ den Aufbau
strategischer Reserven kritischer Rohstoffe (60-Tage-Versorgung), darunter
Kupfer und Aluminium.
• Parallel entsteht mit „Forge“ ein neues Bündnis von 54 Staaten zur
Sicherung kritischer Mineralien – ohne China. Dies könnte mittelfristig
globale Lieferketten verändern.
Für Kupfer ist der unmittelbare Effekt begrenzt, strukturell jedoch
potenziell bedeutend.
US-Daten und Dollarentwicklung
Unterstützung erhielt Kupfer zuletzt durch einen schwächeren US-Dollar –
sowohl gegenüber dem Euro als auch gegenüber dem Yuan. Der jüngste
US-Arbeitsmarktbericht hat diese Bewegung jedoch teilweise relativiert.
In den kommenden Tagen richten sich die Blicke auf die US-Inflationsdaten
am Freitag.
Stärkere US-Daten könnten den Dollar stützen und damit auf die Metallpreise
drücken. Umgekehrt würde ein nachgebender Dollar Kupfer kurzfristig Auftrieb
verleihen. Siehe hierzu auch unseren Devisenbericht.
Unser Fazit:
Der Kupfermarkt befindet sich aktuell in einer Übergangsphase:
• Saisonbedingt schwächere Nachfrage
• Hohe Lagerbestände
• Leicht bearisher Grundton
• Kurzfristig volatil durch Makro- und Spekulationseinflüsse
Erfahrungsgemäß belebt sich das Geschäft im März wieder. Entscheidend wird
sein, ob die chinesische Nachfrage nach dem Neujahrsfest tatsächlich
anspringt und ob sich der Dollartrend fortsetzt.
Für industrielle Abnehmer bleibt das Umfeld damit von erhöhter
Schwankungsanfälligkeit geprägt – fundamentale Engpässe sind derzeit jedoch
nicht erkennbar.
Kupfer (in US Dollar/Tonne)
EURO/DOLLAR
Kurse
vom 11.02.26:
High 1,1927 Low 1,1831
Resistance 1,2500 Support 1,0176
US-Arbeitsmarkt überrascht – Dollar legt zu
Der mit Verspätung veröffentlichte US-Arbeitsmarktbericht hat die
Erwartungen klar übertroffen. Die US-Wirtschaft schuf im Januar 130.000 neue
Stellen, deutlich mehr als prognostiziert. Besonders dynamisch entwickelte
sich der private Sektor mit einem Plus von 172.000 Stellen, angeführt vom
konjunkturunabhängigen Gesundheitswesen.
Der öffentliche Sektor baute hingegen 42.000 Stellen ab – vor allem auf Bundesebene, wo weiterhin ein Einstellungsstopp gilt.
Die Arbeitslosenquote sank leicht auf 4,3 % (Dezember: 4,4 %). Die durchschnittlichen Stundenlöhne legten um 0,4 % zum Vormonat beziehungsweise 3,7 % im Jahresvergleich zu. Auch die durchschnittlich geleisteten Arbeitsstunden stiegen.
Revisionen relativieren das Bild
Gleichzeitig wurden die Beschäftigungszahlen der Vormonate im Zuge der
jährlichen Benchmark-Revision deutlich nach unten angepasst. Der
durchschnittliche monatliche Stellenaufbau für 2025 liegt nun bei lediglich
15.000 – statt zuvor ausgewiesener 49.000.
Diese Abwärtskorrekturen waren allerdings weitgehend erwartet worden.
Bereits im Herbst hatte das Bureau of Labor Statistics (BLS) eine deutliche
Revision signalisiert. Auch Fed-Chef Jerome Powell hatte im Dezember darauf
hingewiesen, dass die bereinigten Zahlen vermutlich schwächer ausfallen
würden. Vor diesem Hintergrund fällt der nun gemeldete Durchschnitt sogar
etwas besser aus als befürchtet.
Geldpolitik: Fed gewinnt Zeit
Entscheidend für die Märkte ist weniger die absolute Zahl neuer Stellen,
sondern ihre Bedeutung für die Geldpolitik.
Die zentrale Frage lautet: War die Abschwächung des Arbeitsmarkts im
vergangenen Jahr nachfragebedingt – etwa durch politische Unsicherheit oder
strukturelle Veränderungen wie Automatisierung – oder angebotsbedingt, etwa
durch geringere Zuwanderung?
• Bei nachfragebedingter Schwäche würde steigende Arbeitslosigkeit
Zinssenkungen nahelegen.
• Bei angebotsbedingter Verlangsamung bliebe der Arbeitsmarkt angespannt –
und der geldpolitische Handlungsdruck gering.
Die aktuelle Entwicklung deutet darauf hin, dass sich Angebot und Nachfrage
zuletzt weitgehend im Gleichgewicht bewegten. Die Arbeitslosenquote ist seit
sechs Monaten stabil.
Vor dem Hintergrund der derzeitigen Arbeitsmarktdaten dürfte die
US-Notenbank zunächst abwarten können. Bereits auf der Januar-Sitzung hatte
die Fed den Passus gestrichen, wonach die Abwärtsrisiken für den Arbeitsmarkt
zugenommen hätten. Das signalisiert, dass die Sorgen um das Mandat der
Vollbeschäftigung nachgelassen haben. Die Inflationsentwicklung war zuletzt
ohnehin weniger stark in den Vordergrund gerückt.
Der Markt erwartet für 2026 dennoch zwei Zinssenkungen – eher in der zweiten
Jahreshälfte. Donald Trump hat sich mit den aktuell starken Arbeitsmarktdaten
gebrüstet, zugleich daraus aber den Schluss gezogen, dass noch mehr
Zinssenkungen notwendig seien. Der politische Druck bleibt damit bestehen.
Am Freitag stehen die US-Inflationszahlen für Januar an. Zum Jahresauftakt
spielen regelmäßig Sondereffekte eine Rolle, weshalb einzelne Ausschläge –
nach oben wie nach unten – nicht überinterpretiert werden sollten.
EUR/USD: Rückkehr unter 1,1900 US-Dollar
Die positive Überraschung am Arbeitsmarkt spiegelte sich am
Devisenmarkt wider. Nach einem kurzen Anstieg über 1,1900 US-Dollar fiel
EUR/USD wieder leicht zurück und notiert inzwischen in Richtung 1,1800
US-Dollar.
Für den US-Dollar sind starke Arbeitsmarktdaten nur indirekt relevant: Erst
wenn sie zu einer restriktiveren Zinserwartung führen – also weniger oder
späteren Zinssenkungen –, entsteht nachhaltiger Aufwertungsdruck. Diese
Wirkungskette war gestern zu beobachten, aber noch nicht mit
ausschlaggebenden Kursbewegungen. Der Euro schient den Wohlfühlbereich um
1,1800 US-Dollar nicht so schnell zu verlassen.
Die Reaktion zeigt aber auch, dass der Markt weiterhin sensibel auf geldpolitische
Signale reagiert – und dass die US-Konjunkturdaten derzeit der zentrale
Taktgeber für den Wechselkurs bleiben.



