Marktberichte

KUPFER

Aktualisierung: 11.12.2025


Kurse vom 10.12.25:

High  $    11.666,00 Low  $   11.489,00 Close  $      11.559,50

Resistance  $    11.540,00 Support  $   10.305,00


Kupfer behauptet sich nach Fed-Entscheid – Hoffnung auf China-Stimulus stützt Rekordniveau

Die Kupferkurse haben am Donnerstag ihre anfänglichen Gewinne zwar leicht abgegeben, notierten aber dennoch fester. Rückenwind kam von der US-Notenbank, die am Mittwoch wie erwartet den Leitzins um 25 Basispunkte senkte. Der Dollar gab daraufhin nach – ein Umfeld, das für die in Dollar gehandelten Industriemetalle grundsätzlich preistreibend wirkt.


Zusätzlichen Impuls verlieh der Fed-Ausblick: Ab Freitag will die US-Notenbank kurzlaufende Staatsanleihen kaufen, um die Liquidität am Geldmarkt zu stabilisieren und den Zinssteuerungsmechanismus zu sichern. Marktteilnehmer werteten diese Kombination aus Zinssenkung und bilanzieller Ausweitung als doppelten Stimulus und entsprechend stützend für Kupfer.


Nachdem der Kurs am Mittwoch zwischenzeitlich unter die Marke von 11.500 USD gefallen war, kam es nach dem Fed-Entscheid zu einer deutlichen Erholung. Am Donnerstagmorgen wurden in der Spitze Kurse über 11.700 USD erreicht. Das Rekordhoch vom 8. Dezember bei 11.771 USD rückt damit wieder in Reichweite.


China im Fokus: Stimulus-Hoffnungen treffen auf schwache Konjunktursignale

Auch aus China – dem weltweit größten Kupferverbraucher – kamen Signale, die den Markt bewegten. Die Preise zogen am Mittwoch an, getragen von der Hoffnung auf zusätzliche wirtschaftliche Stützungsmaßnahmen, insbesondere für den angeschlagenen Immobiliensektor. Gleichzeitig unterstreichen die jüngsten Inflationsdaten die weiter anhaltende wirtschaftliche Schwäche, da die Preisentwicklung deutlich hinter der westlichen Dynamik zurückbleibt.


Angebotsseite: Rückgänge bei Codelco, Zuwächse in Escondida

Die globale Produktionslage zeigt ein gemischtes Bild:

• Codelco, der staatliche chilenische Kupfergigant, meldete für Oktober einen Rückgang der Förderung um 14,3 % auf 111.000 Tonnen. Anhaltende operative Herausforderungen lasten auf den Ergebnissen des Konzerns.

• In der Escondida-Mine von BHP, der weltweit größten Kupfermine, legte die Produktion dagegen um 11,7 % gegenüber dem Vorjahr auf 120.600 Tonnen zu.

• Bei Collahuasi, betrieben von Glencore und Anglo American, ging die Förderung deutlich um 29,3 % auf 35.000 Tonnen zurück.

Die Angebotslage bleibt damit insgesamt fragil – ein weiterer Faktor, der die Preise unterstützt.


LME-Bestände: Anteil chinesischer Marken steigt auf 85 %

Ein Blick auf die Lagerbestände der London Metal Exchange zeigt eine interessante Verschiebung:

Der Anteil chinesischer Kupfermarken an den verfügbaren (auf „warrant“) gelisteten Beständen stieg im November auf 85 % (nach 82 % im Vormonat). Grund ist eine attraktive Arbitrage – höhere LME-Preise im Vergleich zu den Inlandspreisen in China machten Exporte besonders lukrativ.


Wichtig im Austauschhandel:

Chinesische Kupfermarken sind nicht lieferfähig an der US-amerikanischen Comex-Börse, die inzwischen über 60 % der weltweiten börsengehaltenen Kupferbestände hält. Der physische Import in die USA ist dennoch möglich, allerdings nur in Lagerhäuser außerhalb des Comex-Systems.


Fazit

Der Kupfermarkt bleibt geprägt von geldpolitischem Rückenwind, fragiler Angebotslage und den weiterhin entscheidenden Impulsen aus China. Mit Kursen knapp unterhalb des Rekordhochs bleibt die Spannung hoch – sowohl kurzfristige Liquiditätsmaßnahmen der Fed als auch mögliche chinesische Stimuluspakete könnten für weitere Ausschläge sorgen.

Kupfer (in US Dollar/Tonne)

EURO/DOLLAR

Kurse vom 10.12.25:

High 1,1699 Low 1,1620

Resistance 1,2000 Support 1,0176


Fed senkt Zinsen erneut – Uneinheitlicher FOMC und unsichere Datenlage belasten den Dollar

Die US-Notenbank hat am Mittwoch – wie weithin erwartet – zum dritten Mal in Folge den Leitzins um 25 Basispunkte gesenkt. Die Fed Funds Rate liegt nun in einer Spanne von 3,50 % bis 3,75 %. Doch die eigentlichen Impulse für die Märkte kamen weniger vom Zinsschritt selbst als vielmehr von den neuen Projektionen und der zunehmend angespannten Gemengelage zwischen Wachstum, Inflation und Arbeitsmarkt.


Wachstumsprognosen steigen – Inflationsausblick leicht gedämpft

Die Fed zeigt sich in ihren jüngsten Schätzungen optimistischer für die US-Konjunktur.

• Für 2025 hebt sie die Wachstumsprognose auf 1,7 % an (nach 1,6 %).

• Für 2026 erwartet sie nun 2,3 %, deutlich mehr als die 1,8 % der Septemberprojektionen.


Beim Inflationsbild ergibt sich hingegen eine leichte Entspannung:

• 2025 rechnet die Fed mit 2,9 % (vorher 3,0 %),

• 2026 mit 2,4 % (vorher 2,6 %).

Zölle belasten laut Fed weiterhin den Preisauftrieb – ohne diese wären die USA dem 2-Prozent-Ziel wohl bereits deutlich näher.


Eine Zinssenkung im Blindflug

Für Oktober fehlen der Notenbank sowohl Inflations- als auch Arbeitsmarktdaten vollständig. Die Novemberwerte liegen erst zur nächsten Sitzung vor. Damit agiert die Fed derzeit auf Basis einer ausgesprochen dünnen Datengrundlage. Fed-Chef Powell sprach offen von einer „erschwerten geldpolitischen Bewertung“.


Die überraschend schwache Arbeitsmarktentwicklung – basierend auf teils unsicheren statistischen Annahmen – war letztlich ausschlaggebend für die erneute Senkung. Powell verwies darauf, dass die offiziell gemeldeten monatlichen Stellenzuwächse von rund 40.000 möglicherweise zu optimistisch seien. Realistisch könne der Arbeitsmarkt sogar monatlich 20.000 Stellen verlieren. Die Zinssenkung solle daher vor allem „Stabilität sichern“.


Inflation hartnäckig – FOMC ungewöhnlich zerstritten

Die Lage bleibt kompliziert: Während der Arbeitsmarkt klar an Dynamik verliert, verharrt die Gesamtinflation bei 3,0 %, die Kernrate bei 2,8 % – weiterhin deutlich über dem Fed-Ziel.

Diese Spannung zeigt sich zunehmend im FOMC. Die Abstimmung zur Zinssenkung verlief ungewöhnlich kontrovers:

• 9 Mitglieder stimmten zu,

• 3 lehnten ab – zwei wollten eine Pause, eine Stimme sogar eine stärkere Senkung.

Ein derartiges Auseinanderdriften ist in der traditionell konsensorientierten US-Notenbank selten.


Zinsperspektiven: Pause im Januar, Senkungen 2026?

Powell betonte mehrfach, die Risiken für den Arbeitsmarkt seien derzeit höher einzuschätzen als jene für die Inflation. Viele Marktteilnehmer werten dies als Signal, dass die Fed nach einer Pause im Januar im weiteren Jahresverlauf erneut senken könnte.


Ab Mai 2026 wird ein neuer Fed-Chef erwartet. Als Favorit gilt derzeit Kevin Hassett, der kürzlich erklärte, es gebe „viel Spielraum“ für weitere Senkungen – allerdings nur, solange die Inflation nicht wieder steigt.

Insgesamt bleiben die Erwartungen an den Zinspfad zwar gedämpft, doch der Markt preist nach wie vor zusätzliche Zinssenkungen im kommenden Jahr ein.


Der Dollar reagiert verhalten

Der US-Dollar zeigte sich nach der Sitzung leicht schwächer, bleibt aber weiterhin unter der Marke von 1,1700 USD je EUR. Die Marktteilnehmer warten nun auf die nachgelieferten Arbeitsmarkt- und Preisdaten, um die geldpolitische Richtung besser einschätzen zu können.

EZB-Fixing (14:15 Uhr) (Dollar/Euro)