Marktberichte

KUPFER

aktualisiert am: 17.09.2020 

 

Kupfer: HIGH: 6794 LOW: 6735 Close: 6792  

Widerstand: 6830 Unterstützung: 6600 Back: 23,00  

"China unterstützt die Notierungen am Kupfermarkt. Die letzten Konjunkturdaten gaben einen klaren Erholungskurs vor; eine Belebung der Nachfrage nach Industriemetallen wird erwartet. Bereits die letzten Importzahlen für Kupfer wiesen darauf hin. Seit dem Sommer sind die Einfuhren nach China auf Rekordniveau. Das gerade Kupferkathoden vermehrt eingeführt werden, liegt aber auch an rückläufigen Schrottimporten. Nicht nur die Einfuhrpolitik wird aus Umweltgesichtspunkten weitaus restriktiver gehandhabt, auch die aufwändige Abwicklung vor Ort drängt Importe nach China zurück. 

 

Am Dienstag hat die WTO in einem Urteil erklärt, dass die US-Strafzölle auf chinesische Waren im Umfang von 200 Mrd. Dollar illegal seien. Das Urteil wurde gefasst, nachdem China vor der WTO gegen die Strafzölle Beschwerde eingelegt hatte. Innerhalb von 60 Tagen können die USA nun Einspruch einlegen. Dann müsste vor dem Berufungsgericht der WTO neu verhandelt werden. Da die Neubesetzung dieses Gremiums aber derzeit durch die USA blockiert wird, wird kein Durchgriff aus diesem Urteil erwartet. Sollten die USA allerdings keinen Einspruch einlegen, hätte China das Recht auf Gegen-Strafzölle. Insbesondere im US-Präsidentschaftswahlkampf wird Donald Trump dieses Urteil nicht auf sich beruhen lassen. Der Handelsstreit geht weiter. 

 

Die US-Notenbanksitzung hat gestern zunächst für erneuten Aufwind am Kupfermarkt gesorgt. Aussichten auf eine lang anhaltende expansive Geldpolitik unterstützten feste Kupfernotierungen. Gestern wurde im späten Handel abermals die Marke bei $6.800 in den Blick genommen. Doch mit dem stärkeren Dollar handelt Kupfer heute Morgen wieder etwas niedriger."  

Kupfer (in US Dollar/Tonne)

DOLLAR / EURO

HIGH: 1,1882 1,1785  

Gestern fand die letzte Sitzung der US-Notenbank vor den US-Wahlen am 3. November statt. Wie zu erwarten war, beließ die US-Notenbank ihr geldpolitisches Instrumentarium wie Leitzins und Quantitative Easing (QE) unverändert. Ihre Konjunkturprognosen hob die Fed hingegen deutlich an, denn nach Einschätzung der US-Notenbänker erholt sich die US-Wirtschaft schneller von der Krise als noch im Juni erwartet worden war. Der vorausgehende Stimmungsindikator aus dem Distrikt New York belegt mit 17,0 Punkten im September nach 3,7 Punkten im August diese Einschätzung. Mit dieser Konjunkturprognose wertete der Dollar im Anschluss an die Sitzung gegenüber dem Euro leicht auf. Eine vollständige Erholung wird allerdings erst mit einer zu kontrollierenden Pandemie möglich sein. Bis dahin wird die US-Notenbank zur Unterstützung der Konjunkturbelebung ihre "volle Bandbreite an Werkzeugen" einsetzen. Die strategische Neuausrichtung, wie sie Powell auf dem Jahrestreffen der Notenbänker in Jackson Hole vorstellte, wurde gestern im Kommuniqué entsprechend nochmals konkretisiert. Denn an der derzeit expansiven Geldpolitik wird festgehalten, bis sowohl Vollbeschäftigung als auch eine Inflationsrate von bis zu gut 2% auf längere Sicht erreicht worden sind. Dieser Zeitpunkt soll voraussichtlich nicht vor Ende 2023 eintreten. Sollten diese Ziele bis dahin aber verfehlt werden, könnte die derzeitige Nullzinspolitik auch noch darüber hinaus beibehalten werden. Ein klares Statement für eine expansive Geldpolitik auf lange Zeit. Der Dollar dürfte dadurch wieder unter Druck geraten. Zumal die US-Notenbank auch die Verantwortung der Fiskalpolitik betonte, die angesichts der Auseinandersetzungen im US-Kongress über weitere Coronahilfen im Wahlkampf andere Prioritäten zu setzen scheint.  

 

EZB-Fixing (14:15 Uhr) (Dollar/Euro)