Marktberichte

KUPFER

aktualisert am: 18.01.2022


17.01.2022:

High  $     9.767,00 Low  $   9.634,00 Close  $     9.756,50

Resistance  $  10.193,00 Support  $   9.539,00

Kupfer konnte bereits zum Wochenschluss die Marke um $10.000 nicht verteidigen, fiel gestern vorübergehend bis auf $9.634, um im weiteren Tagesverlauf dann wieder bis auf $9.756,50 anzusteigen. Nach einem festen Start über $9.700 steht aktuell das gestrige Low erneut zum Test an.


Der Kupfermarkt scheint unentschlossen zu sein, eine klare Richtungsentscheidung steht noch aus, die Kurse bewegen sich eher seitwärts.


Notierungen über $10.000 wurden auch in der letzten Woche mit der Dekarbonisierung erklärt, die spätestens bis 2030 zu einem nennenswerten Angebotsdefizit führen wird. Trotz dieses Narrativs nimmt das spekulative Interesse am Kupfermarkt aber weiter ab. Der Schritt über $10.000 hat abermals Gewinnmitnahmen angestoßen. Weitaus attraktiver scheinen andere Industriemetalle wie Zink, Aluminium oder Nickel zu sein, die aufgrund hoher Energiekosten oder einer protektionistischen Verknappung bereits jetzt stark unterversorgt sind.


Eine gewisse Zurückhaltung herrscht auch vor der US-Notenbanksitzung am 25./26. Januar. Denn während den US-Notenbänkern eine Woche vor der Sitzung Redeverbot auferlegt wird, nehmen Spekulationen über Zahl und Höhe möglicher US- Zinserhöhungen immer weiter zu. In einem solchen unsicheren Zinsumfeld werden eher keine neuen Longpositionen aufgebaut. 


Für eine ungewisse Stimmung sorgt auch China. Noch vor der gestrigen Bekanntgabe wichtiger Konjunkturdaten senkte die chinesische Zentralbank Zinsen für kurzfristige Darlehen. Der Zeitpunkt beunruhigte die Märkte. Zumal die Konjunkturdaten dann insgesamt gemischt ausfielen. Industrieproduktion und Anlageinvestitionen lagen im Dezember über oder im Rahmen der Erwartungen, wohingegen Einzelhandelsumsätze zurückfielen. Insgesamt verliert mit einem Wachstum von +4,0%  im vierten Quartal 2021 die chinesische Wirtschaft weiter an Fahrt.  Staatsoberhaupt Xi Jinping hat auf dem gerade virtuell abgehaltenen Weltwirtschaftsforum in Davos vorweggenommen, dass angesichts dieser Wachstumsschwäche kein Grund zur Sorge bestünde. Der Kupfermarkt lässt sich von diesen Worten allerdings noch nicht ganz überzeugen. Immobilien- und Stromkrise sowie wirtschaftliche Folgen einer strengen Pandemiebekämpfung wirken noch nach.


Nennenswerte Kursrücksetzer bleiben trotz dieser Unsicherheitsfaktoren am Kupfermarkt aber auch aus, weil die geringen Bestände in den Lagerhäusern der LME und der SHFE weiterhin zur Vorsicht mahnen. Shortpositionen werden da nicht unbedacht eröffnet. 

Kupfer (in US Dollar/Tonne)

EURO/DOLLAR

17.01.2022:

High 1,1434 Low 1,1390

Resistance 1,1450 Support 1,1168

Der Datenkalender ist in dieser Woche relativ leer. Genauso wird von Seiten der Fed kein Kommentar zu erwarten sein. Erst mit der nächsten Sitzung am 25./26. Januar ist mit geldpolitischen Äußerungen zu rechnen. Somit kann sich der Devisenmakrt auf die EZB konzentrieren. Zuletzt herrschte zwar die Marktmeinung vor, dass die EZB an ihrer expansiven Geldpolitik weiter festhalten wird. Doch mittlerweile ist auch Inflationsdruck bei der europäischen Zentralbank zu spüren. Ein Grund, warum sich der Euro zuletzt bei $1,1400 halten konnte. Für etwas Entspannung dürften die heute Morgen veröffentlichten ZEW-Konjunkturerwartungen gesorgt haben. Denn die befragten Finanzexperten blicken deutlich zuversichtlicher als zuletzt auf die kommenden sechs Monate. Es wird erwartet, dass sich die Pandemie-Auswirkungen ebenso wie die Lieferkettenprobleme im Frühjahr wieder abschwächen werden. Dann könnte auch die Inflation an Kraft verlieren und der EZB Handlungsdruck nehmen. Aktuell bewegt sich der Euro wieder unter $1,1400. 

EZB-Fixing (14:15 Uhr) (Dollar/Euro)