Marktberichte

KUPFER

Aktualisierung: 13.01.2026


Kurse vom 12.01.26:

High  $    13.323,00 Low  $   12.990,50 Close  $      13.172,00

Resistance  $    13.388,00 Support  $   10.905,00


Fundamentaldaten rücken in den Vordergrund
 

Die jüngsten Kursbewegungen am Kupfermarkt sind weniger von kurzfristiger Spekulation geprägt als vielmehr von einer strukturellen Neubewertung der fundamentalen Lage. Entsprechend richtet sich der Blick der Marktteilnehmer in dieser Woche verstärkt auf die anstehenden Handelsdaten aus China, dem mit Abstand größten Kupferverbraucher weltweit.


Zu Wochenbeginn legten die Kupferpreise erneut zu und blieben auf ihren historischen Höchstständen. Gestützt wurde die Stimmung durch Erwartungen einer robusten Nachfrage – sowohl aus der chinesischen Industrie als auch aus strukturellen Wachstumsfeldern wie Rechenzentren für Künstliche Intelligenz. Händler verweisen zudem auf die zunehmende Bedeutung von Elektromobilität sowie den globalen Aus- und Umbau von Stromnetzen, die den Kupferbedarf nachhaltig erhöhen.


Rückenwind kommt auch von der Wirtschaftspolitik in China. Die Regierung kündigte zuletzt ein Bündel aus fiskal- und finanzpolitischen Maßnahmen an, das die Binnennachfrage beleben und einen stabilen Start der Wirtschaft ins Jahr 2026 sichern soll. Diese Signale werden am Rohstoffmarkt als klar positiv für Industriemetalle interpretiert.


Handelsdaten im Fokus: Erzimporte und Produktexporte
 

Für die Marktanalyse sind in den kommenden Tagen vor allem zwei Kennzahlen entscheidend. Zum einen stehen die Einfuhren von Kupfererz nach China im Fokus, da sie Hinweise auf die Auslastung der heimischen Schmelz- und Raffineriekapazitäten liefern. Zum anderen rücken die Exporte von Kupferhalbzeugen und raffiniertem Kupfer stärker in den Vordergrund.


Der kräftige Anstieg dieser Exporte in den vergangenen Monaten hat in der metallverarbeitenden Industrie für zunehmende Aufmerksamkeit gesorgt. Hintergrund ist die Einschätzung, dass insbesondere Abnehmer in den USA ihre Lagerbestände vorsorglich aufgestockt haben, um sich gegen mögliche neue Zölle abzusichern. Diese Vorzieheffekte haben nicht nur die physischen Warenströme verändert, sondern auch die regionale Verfügbarkeit von Kupfer beeinflusst.


Ein Teil der zusätzlichen chinesischen Exporte ist dabei in registrierten Lagerhäusern der London Metal Exchange (LME) gelandet, insbesondere in Asien. Allerdings ist der Anteil chinesischen Kupfers an den verfügbaren LME-Beständen zuletzt gesunken: Ende Dezember lag dieser bei 79 Prozent, nach noch 85 Prozent im November. In absoluten Zahlen reduzierten sich die chinesischen Kupfermengen in LME-Lagern deutlich, was auf Abflüsse aus den Beständen hindeutet.


Auch diese Entwicklung ist Ergebnis aktiver Umlagerungen. Neben Abflüssen in den physischen Verbrauch flossen erhebliche Mengen auch in Lager in den USA, wo sich Verarbeiter und Händler frühzeitig Material gesichert haben. Damit wirkt der Exportanstieg aus China kurzfristig preisstützend, reduziert aber gleichzeitig die kurzfristig verfügbare Ware in anderen Regionen.


Für weiterverarbeitende Betriebe bedeutet dies: Trotz hoher sichtbarer Lagerbestände bleibt der Markt faktisch angespannt. Die Kombination aus Vorzieheffekten, geopolitischen Risiken und strukturell steigender Nachfrage erhöht die Unsicherheit bei der physischen Verfügbarkeit – ein Faktor, der in der Beschaffungs- und Preisstrategie zunehmend berücksichtigt werden muss.


Hohe Preise treiben Absicherungsbedarf
 

Die starken Preisanstiege bei Industriemetallen spiegeln sich zunehmend auch in den Handelsaktivitäten wider. Nach Angaben des Vorstands der London Metal Exchange (LME) lagen die gesamten Handelsvolumina im vergangenen Jahr rund acht Prozent über dem Vorjahresniveau. Beim Kupfer stiegen die Volumina um gut zwölf Prozent auf ein neues Rekordhoch, Nickel verzeichnete sogar ein Plus von mehr als 30 Prozent.

Besonders auffällig: Im vierten Quartal übertrafen die durchschnittlichen täglichen Handelsaktivitäten bei Kupfer erstmals den bisherigen Höchststand aus dem Jahr 2014. Geopolitische Unsicherheiten und die wachsende Sorge vor strukturellen Angebotsengpässen haben den Absicherungsbedarf entlang der industriellen Wertschöpfungskette deutlich erhöht.


Fazit für die metallverarbeitende Industrie:
 

Der Kupfermarkt bleibt fundamental eng. Kurzfristige Preisrücksetzer ändern wenig an der strukturell angespannten Lage, die durch Energiewende, Digitalisierung und geopolitische Risiken geprägt ist. Für einkaufende Unternehmen gewinnen Marktbeobachtung, flexible Beschaffungsstrategien und professionelles Preisrisikomanagement weiter an Bedeutung.

Kupfer (in US Dollar/Tonne)

EURO/DOLLAR

Kurse vom 12.01.26:

High 1,1698 Low 1,1620

Resistance 1,2000 Support 1,0176


Fed-Unabhängigkeit als Schlüsselfaktor für den Dollar 2026
 

Die Unabhängigkeit der US-Notenbank dürfte im Jahr 2026 zu einem zentralen Thema an den Devisenmärkten werden. Marktteilnehmer rechnen zunehmend damit, dass der amtierende US-Präsident Donald Trump stärkeren Einfluss auf die Geldpolitik nehmen könnte – insbesondere über die personelle Neubesetzung des Führungsgremiums der Federal Reserve.


Sollte das Board der Fed mit politisch loyalen Kandidaten besetzt werden, besteht aus Marktsicht das Risiko, dass die Priorität von Preisstabilität hin zu einer konjunkturstützenden Geldpolitik verschoben wird. Eine solche Entwicklung könnte die Inflationserwartungen destabilisieren und – paradoxerweise entgegen Trumps Interessen – zu steigenden langfristigen Zinsen führen. Das Vertrauen in den US-Dollar würde in diesem Szenario leiden.


Konkret stehen wichtige Personalentscheidungen an: Im Januar wird gerichtlich über den Verbleib von Lisa Cook im Fed-Gremium entschieden, im Mai endet die Amtszeit von Jerome Powell als Fed-Vorsitzender. Insgesamt erwarten viele Beobachter eine abnehmende institutionelle Unabhängigkeit der Notenbank und eine lockerere Geldpolitik, als es die reinen Konjunkturdaten rechtfertigen würden – ein Belastungsfaktor für den Dollar.


Zusätzliche Brisanz erhielt das Thema zuletzt durch Vorladungen des US-Justizministeriums im Zusammenhang mit Renovierungsarbeiten der Fed. Powell wies den Vorgang ungewöhnlich deutlich als Versuch politischer Einflussnahme zurück. Rückendeckung kam von der ehemaligen Finanzministerin Janet Yellen, die vor einer Politisierung der Geldpolitik warnte und betonte, Zinssenkungen zur Reduzierung der Staatsschulden seien „der Weg in eine Bananenrepublik“. Aus ihrer Sicht hätten die Märkte auf diese Entwicklungen deutlich nervöser reagieren müssen.


Ein weiterer, wenn auch geopolitisch geprägter Risikofaktor für den Dollar wird ebenfalls diskutiert: Die theoretische Möglichkeit eines Konflikts zwischen den USA und Europa im Zusammenhang mit Trumps Grönland-Plänen. In einem Eskalationsszenario könnten Sanktionen und Gegensanktionen den Status des Dollars als Weltleitwährung schwächen, da Unternehmen verstärkt versuchen müssten, Transaktionen außerhalb des USD-Raums abzuwickeln.


Arbeitsmarktdaten liefern wenig Impulse
 

Die jüngsten US-Arbeitsmarktdaten sorgten dagegen kaum für Bewegung. Im Dezember wurden 50.000 neue Stellen geschaffen (nach 56.000 im November), die Arbeitslosenquote sank leicht auf 4,4 %. Die Zahlen fielen moderat aus und blieben unter den Erwartungen, reichten jedoch nicht aus, um die Markterwartungen grundlegend zu verändern.


Zwar stützen die Daten grundsätzlich jene Stimmen, die ein schnelleres Zinssenkungstempo fordern. Dennoch reagierten weder der Dollar noch der Euro nennenswert. Selbst schwächere Beschäftigungszahlen konnten der Gemeinschaftswährung keinen Auftrieb verleihen. Der Dollar legte zum Wochenschluss sogar leicht zu, da Investoren davon ausgehen, dass die Fed die Zinsen kurzfristig unverändert lassen könnte.


Fazit:

Kurzfristig fehlen klare Impulse aus den Konjunkturdaten. Mittel- bis langfristig rückt jedoch die politische Einflussnahme auf die Fed in den Vordergrund. Für den Devisenmarkt bedeutet dies: Der US-Dollar bleibt strukturell unter Beobachtung, weniger wegen der aktuellen Datenlage als wegen der institutionellen Risiken für die Glaubwürdigkeit der Geldpolitik.

EZB-Fixing (14:15 Uhr) (Dollar/Euro)