Marktberichte

KUPFER

aktualisert am: 17.09.2021


High  $ 9.623,00 Low  $ 9.320,00 Close  $9.332,00

Resistance  $ 9.755,00 Support  $ 9.208,00


Mit Veröffentlichung der US-Inflationszahlen am vergangenen Dienstag konnten die Kupfernotierungen zunächst zulegen und erreichten in der Spitze am Mittwoch $9.646. Denn aus diesen Zahlen wurde eine Stabilisierung der US-Inflationsentwicklung abgelesen, die die US-Notenbank in die komfortable Situation versetzen könnte, eine Straffung ihrer Geldpolitik noch herauszuzögern.


Seither steht Kupfer aber auch immer wieder unter Druck und fiel zum gestrigen Tagesschluss sogar bis auf $9.320. Aufmerksam werden Entwicklungen in China beobachtet. So enttäuschten die am Mittwoch veröffentlichten chinesischen Konjunkturdaten auf breiter Front. Im August gaben Industrieproduktion (+5,3% Y/Y) und Anlageinvestitionen (+8,9% Y/Y), aber insbesondere auch die Einzelhandelsumsätze (+2,5% Y/Y) im Vergleich zum Vormonat nach. Aufgrund einer schwachen Inlandsnachfrage und hoher Rohstoffpreise kühlt sich die chinesische Wirtschaft weiter ab. Die chinesische Regierung reagierte darauf nicht mit Stimulierungsprogrammen, wie mancher Marktteilnehmer es erwartet hatte, sondern kündigte eine weitere Auktion von Staatsreserven an. Weitere Details wurden bisher noch nicht bekannt gegeben. Geldpolitische Unterstützungsmaßnahmen sind derzeit aber auch auszuschließen, weil der ins Straucheln geratene chinesische Immobilienentwickler Evergrande nicht nur den Finger auf den überhitzten Immobilienmarkt in China richtet, sondern auch nochmals die hohe Verschuldung in China offenlegt. Seit Jahresbeginn geht die People's Bank of China mit einer Drosselung des Kreditvolumens gegen diese hohe Verschuldung vor und von diesem Pfad wird sie nun ganz sicher nicht abweichen.


Die gestern veröffentlichten US-Einzelhandelsumsätze, die über den Erwartungen lagen, sorgten nur auf den ersten Blick für Entspannung am Kupfermarkt. Denn diese Daten haben erneut die Diskussion entfacht, ob die US-Notenbank auf ihrer Sitzung in der kommenden Woche erste Schritte zur Straffung der US-Geldpolitik einleiten wird oder nicht. Die Sicherheit, die noch MItte der Woche darüber herrschte, dass die Fed vorerst nicht aktiv werden wird, beginnt zu bröckeln. Die Fed hat die Märkte wieder in ihren Bann gezogen. Kurspotenzial nach oben wie auch nach unten ist möglich. Bisher bewegt sich Kupfer noch entspannt um $9.400. 



Kupfer (in US Dollar/Tonne)

EURO/DOLLAR

High 1,1820 Low 1,1749

Resistance 1,1951 Support 1,1704


Der Euro bewegt sich relativ ruhig weiter um $1,1800. Einige Marktbeobachter sind bisher auch davon ausgegangen, dass sich bis Jahresende an dieser Seitwärtsbewegung nichts ändern wird. Denn die US-Inflationszahlen für August konnten sich, wenn auch auf hohem Niveau (+5,3% Y/Y), dann doch gegenüber dem Vormonat stabilisieren. Die gestrige Veröffentlichung der US-Einzelhandelsumsätze scheint das Blatt aber etwas gewendet zu haben. Denn im August konnte der Konsum zum Vormonat um +0,7% zulegen; im Juli musste noch ein Rückgang um -1,8% verzeichnet werden. Der US-Konsum ist mit einem Anteil von rund 70% nicht nur tragende Säule des BIPs, sondern kann auch die Inflation weiter antreiben. Da auch andere Stimmungsindikatoren aus der US-Industrie zuletzt überzeugen konnten, gibt es nun einige Verfechter, die aufgrund der relativ hohen Inflation und aufgrund substanzieller Fortschritte am US-Arbeitsmarkt in der nächsten Woche von der US-Notenbank ein klares Signal zum Abbau des Anleihenankaufprogramms erwarten. Davon dürfte dann der Dollar gegenüber dem Euro profitieren. Es gibt allerdings auch Vertreter, die die derzeitige Inflation nur vorübergehend stark und den US-Arbeitsmarkt noch zu schwach einschätzen, um bereits in diesem Jahr mit einer Straffung der US-Geldpolitik rechnen zu können. Sollte die US-Notenbank, die zuletzt eher diesem Lager zuzuschreiben war, diese Sichtweise weiter vertreten, dürfte in der nächsten Woche der Dollar erneut verlieren.

Letztlich liegt es in der Hand der Fed. Eine Entscheidung wird kommenden Mittwoch in einer Pressekonferenz um 20.00h unserer Zeit bekannt gegeben.

EZB-Fixing (14:15 Uhr) (Dollar/Euro)