Marktberichte

KUPFER

aktualisiert am: 23.01.2020 

 

Kupfer: HIGH: 6170 LOW: 6095,5 Close: 6106  

Widerstand: 6343 Unterstützung: 6070 Contango: -31,75  

 

Das Coronavirus ist weiterhin das bestimmende Thema an den Metallmärkten. Die Risikoaversion hat gestern zugenommen, nachdem sowohl in den USA als auch Russland mit dem Virus Infizierte aufgetaucht sind. Mit Beginn des chinesischen Neujahrs nimmt die Reiseaktivität in China und aus China heraus zu. Die Gefahr, dass sich der Virus ausbreiten kann, steigt entsprechend. Gestern schloß der Markt noch knapp über $6.106. Bereits heute wird die nächste Unterstützungslinie bei $6.070 getestet.  

Fundamentale Daten befinden sich hingegen eher auf einem Nebenschauplatz. Seit August 2019 fallen zum Beispiel die Kupferbestände in den Lagerhäusern der LME kontinuierlich. Letzten Freitag wurde mit 125.250t der bisherige Jahrestiefstand erreicht. Die Internationale Studiengruppe Kupfer (ICSG) ermittelte jetzt für die ersten zehn Monate 2019 ein Marktdefizit von -438.000t. Erklärt wurde dieses Minus unter anderem mit Produktionseinschränkungen durch die Porteste in Chile. Diese knappe Marktversorgung steht sicherlich auch für steigende Kupferkurse im zweiten Halbjahr 2019. Doch der Markt scheint mit einer weiteren Verknappung nicht zu rechnen. Nicht nur die ICSG hat für 2020 ein Angebotsüberschuss prognostiziert. Auch das ausgeprägte Contango, das Terminkupfer gegenüber prompten Material verteuert, lässt vorerst kein Marktdefizit erahnen. Gestern nahmen dann auch die Bestände in LME-Lagern um 32.450t zu.  

Kupfer (in US Dollar/Tonne)

DOLLAR / EURO

HIGH: 1,1098 LOW: 1,1068  

 

Ohne große Ausschläge bewegt sich der Euro weiter knapp unter $1,1100. Die Attacke von Präsident Trump auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos gegen die Zinspolitik der US-Notenbank hat den Euro zwar kurzzeitig bis auf $1,1120 treiben können. Doch diese Attacken sind mittlerweile nicht mehr überraschend, so dass sich der Euro schnell wieder an der unteren Seite der gegenwärtigen Handelsspanne einfand. 

Heute findet die erste EZB-Sitzung 2020 statt. Geldpolitische Beschlüsse werden nicht erwartet, aber die Verabschiedung eines Strategic Review. Diese Strategieüberprüfung soll bis Ende 2020 andauern. Am Ende dieses Prozesses wird vermutlich die Definition des jetzigen Inflationsziels (unter, aber nahe 2,0%) sowie der geldpolitische Maßnahmenkatalog (forward guidance, Anleihenankäufe, Zinssätze) überarbeitet worden sein.  

EZB-Fixing (14:15 Uhr) (Dollar/Euro)