Marktberichte

KUPFER

aktualisiert am: 06.05.2021


High  $  10.040,00 Low  $     9.898,00 Close  $         9.932,00

Resistance  $  10.040,00 Support  $     9.617,00


In China haben nach den Feiertagen heute wieder die Börsen geöffnet. Der Kursanstieg an der LME wurde heute Morgen an der Börse Shanghai nachgeholt. Die Stimmung ist weiterhin aufwärtsgerichtet, doch die Dynamik flacht etwas ab. Kupfer bewegt sich zwar um $10.000, doch der Sprung zum Allzeithoch aus Februar 2011 gelingt noch nicht.


Für Einhalt haben die aktuellen Prognosen der Internationalen Studiengruppe Kupfer (ICSG) gesorgt. Für 2020 hatte die ICSG noch ein Marktdefizit über -604.000t ermittelt. Die hohe Nachfrage aus China konnte im letzten Jahr den pandemiebedingten Nachfrageeinbruch in der restlichen Welt mehr als ausgleichen. Ebenfalls pandemiebedingt lag das Angebot hinter den Erwartungen. Diese Markteinschätzung entspricht auch dem Marktkonsens. Bei den Prognosen für dieses und das kommende Jahr entfernt sich die ICSG hingegen von der herrschenden Marktmeinung. Denn die ICSG erwartet am Kupfermarkt einen moderaten Angebotsüberhang von +79.000t bzw. +109.000t. Zurückgeführt wird dieser Überhang zum einen auf eine rückläufige Nachfrage aus China, die nur gerade durch das Nachfrageplus der restlichen Welt ausgeglichen werden kann. Zum anderen wird mit einer Verbesserung des Angebotes gerechnet. Nicht nur ein Plus bei der Minenproduktion, sondern auch ein Ausbau der Raffinadeproduktion dürfte nach Angaben der ICSG die Nachfrage decken.

Letzten Meldungen zur Folge ist die weltweite Versorgungslage an Erzen und Konzentraten allerdings äußerst angespannt. So ist unter anderem die Minenproduktion in Chile im März um -1,2% im Vergleich zum Vorjahr gefallen. Die in den letzten Jahren ausgebauten Schmelzkapazitäten in China sind entsprechend unterversorgt, wie die dortigen Schmelz- und Verarbeitungslöhne, die auf einem Rekordtief liegen, auch anzeigen. Die ICSG geht dennoch von einem nahezu ausgeglichen Markt aus, weil sie im weiteren Jahresverlauf eine Erholung der Minenproduktion nach der Pandemie erwartet und weil sie eine Auslastung der Raffinadeproduktion auch durch höhere Schrotteinfuhren in China sieht. Dazu hatte China die strengen Einfuhrregularien für Schrotte zuletzt aufgeweicht. Sollten sich die Prognosen der ICSG bestätigen, wäre das aktuelle Kursniveau fundamental nicht gerechtfertigt. Die Commerzbank kommt aus diesem Grunde zu dem Schluss, dass im dritten Quartal eine Kurskorrektur nicht auszuschließen ist. Langfristig halten Sie allerdings an dem derzeitigen Aufwärtstrend fest.



Kupfer (in US Dollar/Tonne)

EURO/DOLLAR

High 1,2026 Low 1,1984

Resistance 1,2190/1,2244 Support 1,2014/1,1990


US-Finanzministerin Yellen hat die Märkte am Dienstagabend verunsichert. Sie äußerte auf einer Veranstaltung: "Es könnte sein, dass die Zinsen etwas ansteigen müssen, um sicherzustellen, dass unsere Wirtschaft nicht überhitzt."

Namhafte Ökonomen hatten wegen der hohen US-Staatsausgaben und der expansiven Geldpolitik bereits zu Jahresbeginn die Möglichkeit steigender US-Zinsen in die Diskussion gebracht. Die US-Notenbank hatte daraufhin vehement entgegnet, dass eine Zinserhöhung noch lange nicht anstünde. Denn die Fed hatte erst im letzten August ihre Strategie geändert. Demnach wird eine Zinserhöhung erst dann greifen, wenn sich eine nachhaltige Preissteigerung über dem Inflationsziel von 2% abzeichnet. Eine Straffung der Geldpolitik sieht außerdem erst eine Reduzierung der Anleihenankäufe und dann eine Zinserhöhung vor. Nach der US-Notenbanksitzung in der letzten Woche war dann auch klar, die US-Geldpolitik bleibt weiterhin expansiv.

Yellen hat die Märkte nun wieder aufhorchen lassen. Nun wird alles auf die Goldwaage gelegt. Jede Veröffentlichung über den Zustand der US-Konjunktur und jedes Wort von US-Notenbänkern. Gleich morgen stehen US-Arbeitsmarktdaten auf der Agenda.  Sollten diese Daten überzeugen, könnten Erwartungen an Zinssteigerungen wieder zunehmen. Sollten US-Notenbänker nicht konsequent das Mantra einer anhaltend expansiven Geldpolitik fortführen, werden sogleich Zinserhöhungen vermutet. Von solchen Zinserwartungen könnte der Dollar profitieren.

EZB-Fixing (14:15 Uhr) (Dollar/Euro)