Marktberichte

KUPFER

Aktualisierung: 19.05.2026


Kurse vom 18.05.2026:

High  $    13.625,00  Low  $   13.394,50 Close  $     13.590,00

Resistance  $    14527,50  Support  $   12.000,00


Bestände:

LME: 393.400t // SHFE: 180.643t // Comex: 629.676t


Kupfer unter Druck: Makrosorgen bremsen die Rally

Nach einem starken Lauf in den vergangenen Wochen ist der Kupferpreis zuletzt unter Druck geraten. Zwar erreichten die Notierungen Mitte letzter Woche mit knapp 14.200 US-Dollar nahezu das Allzeithoch, seither folgte jedoch eine deutliche Korrektur bis in den Bereich um 13.400 US-Dollar. Damit rückt zunehmend die Frage in den Fokus, ob die Rally fundamental oder vor allem von spekulativer Positionierung getragen war.


Makroökonomischer Gegenwind nimmt zu

Zunehmender Gegenwind kommt von der makroökonomischen Seite. Ein stärkerer US-Dollar, steigende Ölpreise sowie die Erwartung länger hoher Zinsen belasten die Industriemetalle insgesamt. Entsprechend kam es zuletzt zu breiten Abgaben im gesamten Metallkomplex, verstärkt durch die Auflösung spekulativer Long-Positionen.


Hinzu kommen geopolitische Unsicherheiten. Die weiterhin angespannte Lage im Nahen Osten – insbesondere rund um die Straße von Hormus – sorgt für hohe Energiepreise und verstärkt Inflationssorgen. Dies wiederum erhöht den Druck auf die Geldpolitik und dämpft die Wachstumsperspektiven der Industrie.


Schwache China-Daten trüben Nachfrageausblick

Besonders belastend wirkt derzeit die Entwicklung in China und sie ist aktuell der zentrale marktbestimmende Faktor. Während in den vergangenen Wochen noch robuste Exportdaten und stabile Einkaufsmanagerindizes den Kupferpreis stützten, zeichnen die jüngsten Konjunkturdaten ein deutlich schwächeres Bild der Binnenwirtschaft.


Die Industrieproduktion wuchs im April lediglich um 4,1 % gegenüber dem Vorjahr und blieb damit klar unter den Erwartungen. Auf Monatsbasis kam es sogar zu einem Rückgang von 1 % – der stärkste Einbruch seit drei Jahren. Dies deutet darauf hin, dass die Dynamik im verarbeitenden Gewerbe spürbar nachlässt und die zuletzt starke Entwicklung nicht nachhaltig ist.


Auch die Nachfragekomponenten zeigen Schwäche: Die Einzelhandelsumsätze stagnierten nahezu und fielen inflationsbereinigt sogar leicht, während die Anlageinvestitionen erneut rückläufig waren. Insbesondere die anhaltende Immobilienkrise belastet weiterhin die Investitionstätigkeit und damit zentrale kupferintensive Sektoren wie Bau und Infrastruktur.


Zwar bleibt die Exportseite vergleichsweise robust und stützt die Gesamtwirtschaft, doch mehren sich die Hinweise, dass der jüngste Aufschwung stärker preis- als volumengetrieben war. Gleichzeitig deuten die Daten auf eine gewisse Lagerbereinigung sowie mögliche Produktionsstörungen im Zuge des Energiepreisschocks hin.


In Summe ergibt sich damit ein klar eingetrübter Nachfrageausblick. Sollte sich die Industrieproduktion in den kommenden Monaten nicht erholen, drohen auch für das zweite Quartal Abwärtsrisiken beim Wachstum – mit direkten Auswirkungen auf die globale Kupfernachfrage.


Angebotsseite bleibt angespannt

Trotz der jüngsten Preiskorrektur bleibt die Angebotsseite ein stützender Faktor. Marktteilnehmer verweisen weiterhin auf strukturelle Einschränkungen, darunter operative Risiken im Bergbau, eine schwächere Produktion in Chile sowie eine verzögerte Normalisierung wichtiger Projekte wie Grasberg in Indonesien.


Zusätzliche Engpässe bei Vorprodukten wie Schwefelsäure sowie weiterhin niedrige bzw. negative TC/RCs im Konzentratmarkt unterstreichen die angespannte Versorgungslage. Insgesamt bleibt das verfügbare Metallangebot begrenzt, auch wenn die Nachfrage zuletzt an Dynamik verloren hat.


Fazit: Korrektur im Spannungsfeld von Angebot und Makro

Kupfer befindet sich aktuell in einer Korrekturphase nach zuvor kräftigem Anstieg. Während strukturelle Angebotsrisiken weiterhin für Unterstützung sorgen, rücken konjunkturelle Unsicherheiten und makroökonomischer Gegenwind zunehmend in den Vordergrund.


Kurzfristig dürfte der Markt daher anfällig bleiben – mit einer Tendenz zur Seitwärtsbewegung, solange sich weder auf der Nachfrageseite noch bei den geopolitischen Risiken eine klare Entspannung abzeichnet.

Kupfer (in US Dollar/Tonne)

EURO/DOLLAR

Kurse vom 18.05.2026:

High 1,1660 Low 1,1607

Resistance 1,2000 Support 1,0176


US-Dollar im Aufwind: Zinserwartungen und Geopolitik treiben den Greenback

Der US-Dollar hat zuletzt deutlich an Stärke gewonnen und die beste Woche seit Anfang März verzeichnet. Der Euro geriet im Gegenzug unter Druck und fiel gegenüber dem Dollar wieder in Richtung 1,1600. Damit rückt zunehmend die Frage in den Fokus, ob die jüngste Bewegung primär zinspolitisch getrieben ist oder bereits tiefergehende strukturelle Veränderungen widerspiegelt.


Veränderte Zinserwartungen stützen den Dollar

Ein zentraler Treiber der Dollarstärke sind die gestiegenen Zinserwartungen in den USA. Überraschend starke Produzentenpreise sowie zunehmend vorsichtige Aussagen von Fed-Vertretern haben Zweifel genährt, ob der Inflationsrückgang tatsächlich nachhaltig ist.


Vor diesem Hintergrund erscheint auch der politische Druck auf eine lockerere Geldpolitik weniger wirksam. Zwar hatte US-Präsident Donald Trump auf Zinssenkungen gedrängt, doch mit Kevin Warsh als neuem Fed-Chef ist ein Kurswechsel keineswegs sicher. Vielmehr mehren sich die Signale, dass die Notenbank zunächst an ihrem restriktiven Kurs festhalten könnte.


Fed-Strategiewechsel sorgt für Unsicherheit

Mit der Ernennung von Kevin Warsh rückt ein potenziell grundlegender Strategiewechsel in der US-Geldpolitik in den Fokus. Im Zentrum steht dabei die Rolle der Notenbankbilanz, die nach den umfangreichen Anleihekäufen der vergangenen Jahre trotz bereits laufendem Abbau noch immer bei rund 6,7 Billionen US-Dollar liegt.


Warsh hat signalisiert, die Bilanzpolitik stärker als eigenständigen Steuerungshebel einzusetzen. Konkret bedeutet dies eine beschleunigte Reduzierung der Bestände („Quantitative Tightening“), wodurch dem Markt Liquidität entzogen wird. Ein solcher Schritt hätte unmittelbare Auswirkungen auf die Kapitalmärkte: Steigende langfristige Zinsen und eine restriktivere Finanzierungsumgebung könnten die Folge sein.


Gleichzeitig argumentiert Warsh, dass sich durch eine kleinere Bilanz Spielraum für niedrigere Leitzinsen ergibt. Die Logik dahinter: Während der Bilanzabbau über steigende langfristige Renditen bremsend wirkt, könnte die Notenbank im Gegenzug die kurzfristigen Zinsen senken, ohne die Gesamtwirkung der Geldpolitik zu lockern. Es käme also zu einer Verschiebung innerhalb der geldpolitischen Instrumente – weg vom Leitzins, hin zur Bilanzsteuerung.


Allerdings ist dieser Ansatz mit erheblichen Unsicherheiten verbunden. Ein zu schneller Liquiditätsentzug hat in der Vergangenheit bereits zu Marktverwerfungen geführt, etwa im Jahr 2019. Zudem ist unklar, wie stabil die Annahme eines gleichgewichtigen Effekts beider Instrumente tatsächlich ist – insbesondere in einem Umfeld erhöhter geopolitischer Risiken und anhaltender Inflationsunsicherheit.


Hinzu kommt, dass Warsh auch die geldpolitische Kommunikation neu ausrichten will. Weniger Forward Guidance, reduzierte Prognosen und eine kritischere Haltung gegenüber klassischen Inflationsmaßen könnten die Transparenz der Notenbankpolitik verringern. Für die Märkte bedeutet dies potenziell höhere Unsicherheit und stärkere kurzfristige Ausschläge.


Insgesamt steht damit weniger ein klarer Lockerungskurs im Vordergrund als vielmehr eine Neujustierung der geldpolitischen Architektur – mit offenem Ausgang für Zinsen, Liquidität und damit auch für die Entwicklung des US-Dollars.


Inflation und Energiepreise bleiben Risikofaktoren

Zusätzliche Unsicherheit kommt von der geopolitischen Lage. Der anhaltende Konflikt im Nahen Osten und die Risiken rund um die Straße von Hormus halten die Energiepreise hoch und verstärken den Inflationsdruck.


Neben direkten Preissteigerungen steigt damit auch die Gefahr von Zweitrundeneffekten, die die Inflation länger hoch halten könnten. Dies würde den Spielraum für geldpolitische Lockerungen weiter einschränken und den Dollar zusätzlich stützen.


Zugleich könnten geplante Änderungen in der Kommunikationsstrategie der Fed – etwa weniger klare Forward Guidance oder reduzierte Prognosen – die Volatilität an den Devisenmärkten erhöhen.


Fazit: Dollarstärke mit strukturellem Rückenwind

Der US-Dollar profitiert aktuell von einem Zusammenspiel aus steigenden Zinserwartungen, geopolitischen Risiken und geldpolitischer Unsicherheit. Während kurzfristige Bewegungen stark datengetrieben bleiben, deutet sich zunehmend ein struktureller Rückenwind für den Greenback an.


Für den Devisenmarkt bedeutet dies ein Umfeld erhöhter Volatilität, in dem insbesondere geldpolitische Signale und geopolitische Entwicklungen die Richtung vorgeben dürften.

EZB-Fixing (14:15 Uhr) (Dollar/Euro)