Marktberichte

KUPFER

Aktualisierung: 26.02.2026


Kurse vom 25.02.26:

High  $    13.350,00 Low  $   13.172,00 Close  $      13.349,50

Resistance  $    13.500,00 Support  $   12.700,00


Kupfer legt zu – Zollunsicherheit und China-Nachfrage treiben Kurse
Die Preise für Industriemetalle haben in den vergangenen Tagen deutlich angezogen. Auslöser ist vor allem die neue Unsicherheit in der US-Zollpolitik. Neben einem zwischenzeitlich schwächeren US-Dollar spielen dabei wachsende Spekulationen über eine mögliche Ausweitung sektoraler Zölle eine zentrale Rolle.


Neue Rechtsgrundlage, alte Unsicherheit
Nachdem der Supreme Court of the United States einen Großteil der bislang unter dem IEEPA verhängten Zölle für unrechtmäßig erklärt hatte, reagierte US-Präsident Donald Trump mit der Ankündigung eines globalen Pauschalzolls von 15 Prozent. Seit Wochenbeginn gilt zunächst ein Basiszoll von 10 Prozent. Die gewählte Rechtsgrundlage erlaubt diese Maßnahme jedoch nur für 150 Tage.


Bereits im Vorfeld hatte die Regierung in Washington signalisiert, dass alternative Wege zur Durchsetzung von Zöllen geprüft würden. Von der Gerichtsentscheidung ausdrücklich nicht betroffen sind sektorale Zölle – etwa auf Stahl, Aluminium und Kupfer. Entsprechend mehren sich am Markt Spekulationen, dass diese gezielt ausgeweitet werden könnten.


Für den Kupfermarkt wäre insbesondere eine Einbeziehung von Kupferraffinade in höhere Zollkategorien von Bedeutung. Eine entsprechende Option war im Rahmen früherer Untersuchungen des US-Handelsministeriums bereits perspektivisch ab 2027 thematisiert worden.


Lageraufbau in den USA als Preistreiber
Die bloße Aussicht auf strengere sektorale Zölle könnte US-Unternehmen dazu veranlassen, ihre Kupferimporte vorzeitig auszuweiten, um Lagerbestände aufzubauen. Ein solcher Vorzieheffekt könnte das Angebot außerhalb der USA verknappen und die Notierungen an der London Metal Exchange (LME) zusätzlich stützen – Effekte, die wir auch im letzten Jahr beobachten konnten.

Allerdings gibt es auch Gegenargumente: Zuletzt hatte die US-Regierung offenbar erwogen, Teile der bestehenden Stahl- und Aluminiumzölle wieder zurückzunehmen. Ob diese Pläne nach dem Gerichtsurteil Bestand haben, bleibt offen.


Kupfer springt nach oben – China kehrt aus der Feiertagspause zurück
Zusätzlichen Rückenwind erhielten die Märkte durch die Wiedereröffnung der chinesischen Handelsplätze nach der Feiertagspause. Händler reagierten positiv auf die Aussicht potenziell niedrigerer US-Zölle auf chinesische Waren. Profiteure könnten ausgerechnet China und Staaten des Globalen Südens sein.


Kupfer stieg in London gestern zeitweise über 13.300 US-Dollar je Tonne. Insgesamt verzeichneten sämtliche Basismetalle Gewinne.


Auch an den chinesischen Aktienmärkten spiegelte sich die verbesserte Stimmung wider: Der CSI 300 legte deutlich zu. Laut Schätzungen von Morgan Stanley könnte der durchschnittliche US-Zoll auf chinesische Waren im Rahmen des neuen Konzepts von 32 auf 24 Prozent sinken.


Nachfrageindikatoren ziehen an
Ein wichtiger Frühindikator für die chinesische Importnachfrage, die sogenannte Yangshan-Kupferprämie, stieg deutlich an – von 33 US-Dollar je Tonne am 13. Februar auf zuletzt 53 US-Dollar. Das signalisiert eine wachsende Bereitschaft chinesischer Käufer, höhere Aufschläge für kurzfristig verfügbares Kupfer zu zahlen.


Auch strukturelle Nachfragefaktoren bleiben intakt. Laut Einschätzungen von JPMorgan könnte es in den Monaten nach dem chinesischen Neujahrsfest zu „bullish fireworks“ kommen. Als Treiber gelten unter anderem:

• deutlich höhere Investitionen in das chinesische Stromnetz (rund 40 Prozent über dem Niveau des vorherigen Fünfjahresplans),

• ein starkes Wachstum der chinesischen Elektrofahrzeugproduktion (+30 Prozent im Jahr 2025),

• ein erwarteter Anstieg der Kupfernachfrage aus dem Bau von Rechenzentren auf rund 1 Mio. Tonnen bis 2030.


Allerdings: Hohe Preise treffen auf steigende Lagerbestände
Gleichzeitig bleibt das Marktumfeld widersprüchlich. Nach dem Rekordhoch im Januar konsolidiert Kupfer auf hohem Niveau. Häufige Änderungen der US-Handelspolitik, operative Probleme in einzelnen Minen sowie langfristige Nachfrageerwartungen im Zuge der Energiewende sorgen für starke Schwankungen.


Die zuletzt hohen Preise dämpften allerdings auch die physische Nachfrage in China. Die an Börsen erfassten Kupferlagerbestände erreichten den höchsten Stand seit 2024. Auch in den USA sowie in LME-Lagerhäusern nahmen die Bestände zu.


Bedeutung für die metallverarbeitende Industrie
Für die metallverarbeitende Industrie bedeutet die aktuelle Entwicklung vor allem eines: anhaltende Planungsunsicherheit. Kurzfristig stützen mögliche Vorzieheffekte und eine wieder anziehende chinesische Nachfrage die Preise. Mittel- bis langfristig hängt die weitere Entwicklung jedoch maßgeblich von der konkreten Ausgestaltung der US-Zollpolitik und der tatsächlichen Stärke der globalen Industriekonjunktur ab.


Unternehmen dürften daher ihre Beschaffungsstrategien weiterhin flexibel halten müssen – insbesondere mit Blick auf mögliche Handelsumlenkungen und temporäre Angebotsverknappungen infolge politischer Entscheidungen.

Kupfer (in US Dollar/Tonne)

EURO/DOLLAR

Kurse vom 25.02.26:

High 1,1814 Low 1,1769

Resistance 1,2500 Support 1,0176


EUR/USD im Zusammenspiel mit der Yen-Dynamik
Der Anstieg von EUR/USD seit Jahresbeginn – mit einem Hoch bei 1,2041 US-Dollar am 27. Januar – wurde vielfach mit geopolitischen Risiken, Unsicherheiten über die US-Konjunktur, der Handelspolitik von US-Präsident Donald Trump sowie Erwartungen hinsichtlich möglicher Zinssenkungen der Federal Reserve begründet.


Neben diesen Faktoren spielte jedoch auch die Entwicklung von USD/JPY eine entscheidende Rolle. Der Devisenmarkt ist stark durch sogenannte Spillover-Effekte geprägt: Bewegungen in einem großen Währungspaar können über Kreuzkurse andere Wechselkurse beeinflussen – selbst wenn keine direkten fundamentalen Verbindungen bestehen.


Gerüchte über Intervention lassen USD/JPY einbrechen
Das markanteste Beispiel ereignete sich am 23. Januar. Marktgerüchte über eine mögliche koordinierte Intervention der Federal Reserve und der Bank of Japan im USD/JPY sorgten für erhebliche Turbulenzen.


US-Finanzminister Scott Bessent dementierte eine solche Abstimmung zwar später, doch die Wirkung am Markt war unmittelbar: USD/JPY fiel von einem Hoch oberhalb von 159 auf knapp 152 bis zum 27. Januar.


Zusätzlichen Druck erzeugten Berichte in der japanischen Presse über mögliche „Rate Checks“ durch die Bank of Japan sowie durch die Federal Reserve Bank of New York. Zudem bekräftigten japanische Behörden ihre Haltung gegen übermäßige und einseitige Wechselkursbewegungen.


Die Dollar-Schwäche gegenüber dem Yen wirkte sich rasch auf andere Hauptwährungen aus: EUR/USD sprang am selben Tag über die Marke von 1,2000 US-Dollar.


Politische Entwicklungen in Japan verstärken die Bewegung
Eine ähnliche, wenn auch weniger ausgeprägte Reaktion folgte nach dem klaren Wahlsieg von Premierministerin Sanae Takaichi bei der vorgezogenen Parlamentswahl am 8. Februar. USD/JPY gab erneut in Richtung 152 nach.


Der Spillover auf EUR/USD fiel diesmal jedoch moderater aus. Das Währungspaar stieg lediglich knapp über 1,1900 US-Dollar. Begrenzend wirkten andere Faktoren: Zum einen die Entscheidung von Präsident Trump, Kevin Warsh als künftigen Fed-Vorsitzenden zu nominieren, zum anderen robuste US-Arbeitsmarktdaten für Januar. Beide Aspekte stützten den US-Dollar und verhinderten eine stärkere Euro-Aufwertung.


Jüngste Gegenbewegung belastet den Euro
In den vergangenen Tagen kehrte sich die Dynamik teilweise um. Schwächer als erwartete japanische Inflationsdaten für Januar belasteten den Yen. USD/JPY stieg wieder über 155 – mit entsprechenden Rückwirkungen auf EUR/USD.


Der Euro rutschte im Zuge dessen erneut unter 1,1800 US-Dollar. Auch hier zeigt sich das typische Muster: Bewegungen im Yen-Dollar-Paar übertragen sich über Kapitalflüsse und Positionsanpassungen auf andere große Währungen.


Fazit für den Devisenmarkt
 

Die Entwicklung von EUR/USD ist derzeit nicht isoliert zu betrachten. Neben US-Geldpolitik, Konjunkturdaten und handelspolitischen Entscheidungen bleibt die USD/JPY-Dynamik ein wesentlicher Einflussfaktor.

Für Marktteilnehmer bedeutet dies: Wer die kurzfristigen Schwankungen im Euro-Dollar-Kurs verstehen will, muss auch die Entwicklungen in Japan im Blick behalten. Die jüngsten Wochen haben erneut gezeigt, wie stark die globalen Devisenmärkte miteinander verflochten sind – und wie schnell sich Impulse über Kreuzkurse übertragen können.


Quelle: Commerzbank

EZB-Fixing (14:15 Uhr) (Dollar/Euro)