Marktberichte

KUPFER

aktualisiert am: 18.06.2019 

 

Kupfer: HIGH: 5857 LOW: 5776 Close: 5845  

Widerstand: 5950/6165 Unterstützung: 5740 Contango: -27,00  

 

Die Metallmärkte konzentrieren sich derzeit auf den Fortlauf der Handelsstreitigkeiten und die Entwicklung weltweiter, hier insbesondere chinesischer Konjunkturzahlen. So haben die aktuellen Veröffentlichungen aus China auch Kupfer zu Wochenbeginn unter Druck gesetzt. Die chinesische Industrieproduktion legte im Mai nur noch um +5,0% im Vergleich zum Vorjahr zu. Erwartet wurde ein Plus von +5,5%. Die Anlageinvestitionen verloren mit +5,6% ebenso an Dynamik (Erwartung: +6,1%). Lediglich die Einzelhandelsumsätze lagen mit +8,6% über den Erwartungen (+8,2%). Mittlerweile wird für 2019 in China nur noch mit einem Wachstum von 6,0% gerechnet. Es werden zwar seitens der chinesischen Führung Gegenmaßnahmen erwartet. Doch der anhaltende Handelsstreit wird die Wirkung solcher Maßnahmen im Zeitverlauf voraussichtlich mildern. Kupfer fiel gestern unter $5.800 bis auf $5.776. Der Markt konnte sich in der Zwischenzeit wieder über $5.800 erholen. Für leichte Unterstützung sorgen die Arbeitsniederlegungen in der chilenischen Chuquicamata-Mine, aber auch die Aussicht, dass die US-Notenbank auf ihrer morgen beginnenden Sitzung eine Zinssenkung ankündigen könnte.  

Kupfer (in US Dollar/Tonne)

DOLLAR / EURO

 

HIGH: 1,1246 LOW: 1,1202  

 

Morgen tagt die US-Notenbank für zwei Tage. Eine Zinssenkung scheint am Markt mittlerweile ausgemachte Sache zu sein. Denn eine Lockerung der Geldpolitik könnte die Fed zum einen mit einem schlechteren Konjunkturausblick rechtfertigen. So verzeichnete u. a. der Empire-State-Index für den Distrikt New York im Juni mit -26,4 Punkten den kräftigsten Rückgang im Monatsvergleich seit Beginn der Erhebung im Jahre 2001. Damit hinerlassen die weltweiten Handelsstreitigkeiten auch bei der US-Wirtschaft mittlerweile ihre ersten Spuren. Des weiteren fehlt für eine festere Geldpolitik der Inflationsdruck. Sowohl die Preis- als auch die Lohnentwicklung erfüllen nicht die notwendigen Zielwerte für eine restriktivere Politik. Letztlich erhöht auch der US-Präsident den Druck auf die Fed, die Zinsen wieder zu senken. Zusammengenommen halten diese Zinssenkungsphantasien den Dollar weiter in Schach. Ein Fall des Euros unter $1,1200 ist aktuell nicht absehbar. 

Allerdings kann auch der Euro nicht aus dem Vollen schöpfen. Die Inflationsentwicklung in der Eurozone sackte im Mai auf nur noch +1,2% deutlich ab. Darum wird der Devisenmarkt heute ins italienische Sintra zum akademischen Forum der EZB blicken und auf konkrete Hinweise von EZB-Chef Draghi zur weiteren Vorgehensweise der EZB hoffen. Es wäre dann nicht das erste Mal, dass Draghi dieses Forum für solche Ankündigungen nutzt. Allerdings ist der geldpolitische Spielraum der EZB auch so begrenzt, dass Überraschungen nicht erwartet werden. Dennoch könnten neuerliche Ausflüge über $1,1300 vorerst begrenzt werden. 

EZB-Fixing (14:15 Uhr) (Dollar/Euro)